Donnerstag, 12. Januar 2017

Singapur Tag 2 - Das volle Programm an einem Tag

Fußschmerzen, aber lachende Herzen!

Little India? Sleepy India!


Oh, sleepy India!
Ausgeschlafen und hoch motiviert habe ich um halb acht das Hotelzimmer verlassen. Blöd nur, dass Singapur nichts davon mitbekommen hat. Während in der U-Bahn noch reges Treiben geherrscht hat, war das berühmte, bunte, geruchsfreudige Little India noch im Bett. Vereinzelt wurde der Bazar aufgebaut. Jeder vorbeikommende Einheimische hat mich wie einen Alien angeschaut - Was machen auch Touristen schon vor elf Uhr aus dem Bett unterwegs?
Oh, Adds-India!
Dennoch sind mir die bunte Vielfalt, die tausenden Werbeplakate, die kleinen Häuser - schlicht "Little India" - aufgefallen. Ich war noch nie in Indien, also wer weiß, ob man sich in Little India tatsächlich wie in India fühlt. Aber das können ja alle, die schon mal in Indien waren, aufgrund der Fotos selbst entscheiden.
Oh, colourful India!
Auf jeden Fall ist es anders als der Rest von Singapur. Der Abfall auf den Straßen hat hier definitiv südeuropäisches Niveau erreicht (Plastik, Zigaretten, Glas,...). Und die Menschen, die mir begegnet sind, hatten alle indisches Aussehen (und meistens einen grimmigen Blick - Wie wage ich es auch als Touristin bei einer Ampel zu warten, anstatt bei rot über eine fünfspurige-Straße zu gehen?).

Oh, Little India!
Vor allem fehlt hier das "Großstadt-Feeling", das zwischen dem Singapore Flyer und den Gardens By The Bay gegeben ist. Es hat alles ein Großdorf-Feeling? Kleine Häuser, aber viele Menschen (zumindest tagsüber später laut Reiseführer, wie ich dort war, war alles ausgestorben), enge Gassen, aber auch fünf-spurige Straßen, Marktatmosphäre, aber irgendwie auch Großstadt-Bazar. Hoffentlich schaffe ich es in den nächsten Tagen noch einmal zu einer besseren Zeit hierher.

Fort Canning Park
Nach meinem halbstündigen, etwas missglückten Ausflug begann die Frühstückssuche. Der Supermarkt, der in der Nähe unseres Hotels sein sollte, hat sich bestens versteckt - oder ich habe zu früh aufgegeben. Der Weg dorthin sollte laut Google Maps durch den berühmten Fort Canning Park verlaufen - blöd nur, dass ich nicht wusste, dass der Fort Canning Park eine alte Befestigungsanlage der East India Trading Company war - das heißt: erhöht. Über 80 Stufen erhöht. In der tropischen Hitze. Völlig erledigt, habe ich also die Festung erklommen und mich auf die Suche nach dem Supermarkt gemacht. Leider nur, war der wieder - wer hätte das gedacht - auf der anderen Seite des Parks über 80 Stufen weiter unten... Aufgeben? Ja....

Von Indien nach Frankreich und zurück nach Singapur

Ein Éclair mit dunkler Schokolade und eines mit Violet und Cassis
Da kein selbstgemachtes Frühstück aus dem Supermarkt zu haben war, habe ich Google nach Cafés in meiner befragt. Das Ergebnis: Gleich um die Ecke gibt es eine Éclair-Konditorei. Dazu eine Geschichte: Vor vielen Jahren habe ich im Fernsehen eine Frau gesehen, die Schokoladen-Éclair-fanatisch war. Seitdem wollte ich Schokoladen-Éclairs kosten. Doch nirgendwo habe ich welche entdeckt. Immer wieder wollte ich selbst welche backen - aus den unterschiedlichsten Gründe bin ich jedoch nie dazu gekommen und nun - nun gibt es tatsächlich ein Éclair-Café direkt bei unserem Hotel. Die Fotos der Köstlichkeiten sollen euch das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Der Blick auf Alt- und Neu-Singapur
Das kleine Café wurde von zwei Frauen gegründet, die in Frankreich eine Patisserie-Schule besucht haben - dementsprechend lecker, waren die kleinen Sünden.
Nach meinem schokoladig-cremigen Frühstück ging es weiter an den Singapore-River. Vom Clarke- Quay aus am Fluss entlang den Riverwalk entlang spazieren, kann man nur staunen. Biegt man um eine Ecke tut sich die gigantische Skyline von Singapur auf - und im Vordergrund winzige Häuser aus den Zeiten als der Hafen von Singapur nicht winzig klein war.
Die St. Andrew's Cathedral
Mein Weg hat mich auch noch zur St. Andrew's Cathedrale, der Nationalgallerie und dem 1. Weltkriegsdenkmal geführt. Als Abschluss meiner Vormittagstour ging es zurück ans Wasser zum Wahrzeichen Singapurs: Dem Löwen mit dem Fischschwanz - dem Merlion. Dieses Wahrzeichen ist jedoch nicht das traditionelle Wappenzeichen, sondern erst 1964 für Werbezwecke erfunden worden. Ganz egal: Ich liebe ihn trotzdem!

Das Wahrzeichen Singapurs: Ein Löwe mit einem Fischschwanz

Endlich, die Gardens By The Bay!

Abendstimmung bei den Gardens By The Bay
Wer sitzt denn da im Nebelwald?
Im Nebelwald (Cloud Forest)
Am meisten gefreut habe ich mich in Singapur auf die futuristischen Gärten mit den künstlichen Riesenbäumen, umgeben von echten Pflanzen und Blüten und dabei noch zwei Gewächshäuser, die einerseits einen Nebelwald, andererseits mediterrane Klima zeigen. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht! Am Abend gab es dann noch eine große Lichtershow. So viele Fotos wie in diesem Park habe ich sonst nirgendwo geschossen. Also lasse ich vorerst die Bilder sprechen.

Der Blick auf den Singpore Flyer und die futuristischen
Bäume.



Aussicht auf die Gardens By The Bay

Schmerzende Füße, nette Leute und verwirrende U-Bahn-Stationen

Jetzt aber einmal ernst: Wer hat in einem Städteurlaub noch nie über seine Füße geklagt? Ich tue es jedenfalls immer. Entweder Blasen, Krämpfe oder kaputte Nägel, irgendetwas tut immer weh. Aber ganz egal, dadurch lasse ich mir den Urlaub nicht verderben!
Was schon schwieriger und Singapur spezifisch ist: Unglaublich komplizierte U-Bahn-Ausgänge. Obwohl eigentlich alles in Englisch angeschrieben ist, sind die Ausgänge niemals zu finden, oder nur schwer, oder man geht zehn Minuten durch eine Shopping-Mall bevor man an der frischen Luft herauskommt.
Gott sei Dank stehen überall Securities herum, die einen immer behilflich sind. Wirklich, einmal musste ich drei verschiedene Fragen bis ich den Ausgang gefunde
n habe. Und dann ging es durch stickige Stiegen ganz einsam drei Stockwerke hinauf - ob das der offizielle Ausgang war?
Aber nicht nur die Einheimischen sind nett. Wer es noch nicht weiß: Ich schreibe Reisetagebuch, aber ich selbst schreibe gar nicht darin, nein, ich lasse Leute hineinschreiben, die ich treffe. Bis jetzt waren das zwei Singapuri, zwei Italiener und ein Koreaner. Und alle schreiben so nett und so viel! Damit hatte ich nicht gerechnet. Ein hoch auf die unglaublich netten, freundlichen und herzlichen Menschen dieser Erde!

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar von Singapur inspirierte Texte auf!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Singapur Tag 1 - Bunte Blüten, bunte Lichter

Warum Abschiede auch schön sind und das endlose Grün von Singapur!



Okay, jetzt aber ehrlich - Abschiede sind grässlich, unglaublich schlimm und eigentlich mag sie keiner. Vor dem Abflug nach Singapur sind mir doch die Tränen immer wieder gekommen - Verständlich, wenn man über drei Monate von seinen Liebsten getrennt ist. Womit ich nicht gerechnet hätte: Die wundervollen Abschiedsgeschenke meiner Familie und meiner Freunde! Im Flieger die Briefe zu lesen und Geschenke auszupacken - das hat schon was :)

Jetlag? Nein, danke!

Der Eingang zum Orchideengarten - Vier Himmelsrichtungen,
vier Uhren, vier Zeiten
Die sieben Stunden Zeitverschiebung zwischen Mitteleuropa und Singapur sind ein ganz schöner Brocken, aber nur 3h Fliegerschlaf und gemütliche Hotelbetten haben mich gleich nach der Ankunft in den Singapuri-Rhythmus gebracht. Ein kleines Problemchen dabei: Eine Baustelle direkt vor dem Fenster - ich weiß nicht, was es ist - aber etwas hat dort in der Nacht gespukt und meinen seeligen Hotelschlaf gestört.

Kein Schnee! Dafür alles grün!

Schon im Taxi zum Hotel hat mich die unglaublich grüne Landschaft von Singapur fasziniert. Noch nie habe ich eine Großstadt gesehen, in der Dschungel und Wohnraum so schön miteinander verschmelzen.
Blühende Orchidee :)
Heute ging es dann in den botanischen Garten. Seit 2015 ist dieser ein UNESCO Weltkulturerbe und das zu recht! Der 74 ha große Park ist eine Mischung aus urigem Dschungel, gepflegten Gärten und traumhaften Seen. Wasserschildkröten, Leguane und verschiedenste Vogelarten (einige darunter machen die nervigsten Geräusche, die wie Maschinen klingen, aber nach ungläubigem Hin- und Hergeblicke bin ich mir sicher, dass es Vögel waren..) schaffen eine wahre Idylle.

Wer reitet da so schnell auf einem Löwen
durch Singapur?
Eine traumhafte Augenweide ist der Orchideengarten. Stundenlang kann man zwischen den Blüten, Blättern, Springbrunnen und kleinen Wasserfällen spazieren und die Atmosphäre genießen. Für alle, die der tropisch feuchten Hitze nicht standhalten, gibt es auch ein kleines "Cool House", in dem Orchideen kühlerer Klimate zu sehen sind. Ein Wunder, dass sich in der Hitze nicht tausende Menschen in das kleine Haus zwängen, um für einen Moment nicht zu schwitzen.

Orchideen vor Wasserfall
Der Eingang ins Paradies..

Hard Rock Café Singapore - mein Pflichtprogramm


Nach dem botanischen Garten ging es auf einen Mocktail ins Hard Rock Café - eine Pflicht für mich in jeder Stadt, in der es eines gibt. Auf den Weg dahin sind wir auf die "Mülllüge" gekommen. Singapur, die sauberste Stadt der Welt, hat Viertel, in denen Müll auf den Straßen liegt - ja, tatsächlich. Bei unserem 15 minütigem Spaziergang haben wir zwei Plastiksäcke, eine Plastikflasche und ein Zuckerlpapier auf der Straße gesehen. Ts, ts, ts, Singapur, ich bin enttäuscht ;)

Beste Aussicht und strahlende Skyline

Die Aussicht vom Singapore Flyer auf die Gardens By The Bay
Am Abend war der Singapore Flyer - das größte Riesenrad der Welt - an der Reihe. Von unserem Flughafen-Taxi-Fahrer empfohlen starteten wir kurz vor Sonnenuntergang. Ob es sich ausgezahlt hat, oder ob es bei Nacht noch schöner gewesen wäre, bleibt uns wohl für immer ein Rätsel - Schön war es auf jeden Fall.
Danach spazierten wir über den Singapore River an der Flusspromenade entlang und konnten ein paar traumhafte Bilder der Singapore Skyline schießen.



Die wunderschöne Skyline von Singapur!




Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar von Singapur inspirierte Texte auf!
Lebensfreude pur!

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Einmal um die ganze Welt

Von Asien über Australien nach Amerika

Am 09. Jänner startet meine bisher längste Reise - eine Weltreise. Für etwas mehr als drei Monate werde ich unterwegs sein und dabei auf drei verschiedenen Kontinenten Kulturen kennenlernen. Damit ihr so viel wie möglich von meiner Weltreise mitbekommt, werde ich versuchen, den Reiseblog regelmäßig zu aktualisieren – und wenn jemanden nur ein bestimmtes Land interessiert, kommt gleich eine Reiseübersicht:

Singapur von 10. bis 14. Jänner
Bali von 14. bis 18. Jänner
Brisbane von 19. bis 23. Jänner
Roadtrip nach Newcastle von 23. bis 25. Jänner
Die australische Ostküste mit verschiedenen (noch ungeplanten) Ausflügen von 25. Jänner bis 22. März
Maui von 22. bis 29. März
New Orleans von 30. März bis 2. April
Puerto Rico von 2. bis 13. April

Blogbeiträge kommen – je nach Erlebten und Zeit – täglich, nach jedem Zwischenstopp, aber spätestens einmal die Woche online.


Ich wünsche euch viel Spaß mit den Fotos und den Texten und würde mich über Kommentare freuen!

Samstag, 22. Oktober 2016

Essen - Deutschland

Essen - Eine Stadt, die eigentlich nicht so schön sein dürfte

Los geht es vom Wiener Hauptbahnhof mit dem Euronight Express im Liegewagen nach Düsseldorf und dann weiter nach Essen, wo mich meine gute Freundin Sonja erwartet hat.
Der Kölner Dom - Vom Zug aus
In meinem Abteil waren auch noch fünf andere Leute, darunter eine junge Familie mit einem vielleicht sieben jährigen Sohn (Oder irgendetwas in der Richtung..) Jedenfalls: Kurz bevor wir Köln angekommen sind, haben ihn seine Eltern gefragt, ob er sich denn schon auf Zuhause freue. Und er hat aus dem Fenster geschaut und gemeint: "Nein! Da sind nur alte, kaputte Häuser da draußen!". Und wie Recht er nicht hatte: Vor dem Fenster waren nur alte, kaputte Gebäude, schlechtes Graffiti und hässliche Fabriken... Aber - und hier kommt das große Aber: Als wir durch Köln gefahren sind, konnte ich einen Blick auf den Kölner Dom erhaschen und von da an, ging es bergauf: Alte Gebäude ja - aber definitiv besser aussehend :)

Ich habe sonniges Wetter mitgebracht... Uuuuuuund es ist weg!

Das gute Wetter muss man
genießen, solange es anhält.
Ein kleiner Bach macht jeden Park besser.
Hohe Bäume, bunte Blätter und blauer
Himmel - Hallo, goldener Herbst!
Wie ihr ja jetzt schon wisst, bin ich nach Essen gefahren, um eine gute Freundin zu besuchen. Eigentlich ist das der einzige Grund, warum ich überhaupt auf diesem Kurzurlaub bin. Sie hat mich also noch zu sich nach Hause gebracht, bevor sie leider zurück auf die Uni musste. Weil aber das Wetter noch spitze war und die Wettervorhersage ziemlich schlechtes Wetter in den nächsten Stunden, wenn nicht Minuten vorhergesagt hat, habe ich meine Tasche gepackt und einen Spaziergang durch den ältesten Park Essens gemacht, dem Borbecker Schlosspark.
Und er hat mich wirklich überrascht: So ein wunderschöner Ort! Okay, das Schloss war nicht so beeindruckend, aber die ganzen herbstlichen Bäume, die noch warme Sonne - das alles hat meinen Spaziergang ziemlich perfekt gemacht. Und hier kommt's: Ich hatte noch dazu meinen Stift, meinen Block und Schokolade mit. Was könnte also noch besser sein?
Der perfekte Ort zum Schreiben :)
Okay, vielleicht wenn das Wetter so gut geblieben wäre... Das hätte besser sein können. Ein paar Stunden später hat nämlich der Regen schon angefangen... Und hat nicht aufgehört bis ich abgereist bin..

Pulli-Wetter, die Schönheit der Erde und tausende Menschen

Am nächsten Tag sind wir schon mit Regen vorm Fenster aufgewacht. Nass und Kalt und einfach wäh... Und weil mein Reiseführer eigentlich nur Parks, schöne Straßen und Hausfassaden empfiehlt haben wir zuerst nicht gewusst, was wir machen wollen. Darum ist es wirklich super, wenn man einen Insider dabei hat - Sonjas Mama hat uns eine Fotoausstellung, genannt "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen - eine Nachbarstadt - empfohlen.
Die Fotos in der Ausstellung können mit uns im Vordergrund
natürlich nur verbessert werden.
Dieses hat Sonja von mir gemacht :)
Wir nennen es: "Der Angriff!"
Die Erde in der Ausstellung!
Und die Ausstellung hat mich wirklich beeindruckt! Die Bilder waren ansprechend, so voller Leben und Farbe, aber das aller beste an der Ausstellung: Eine riesengroße Erde! Wir haben Tag und Nacht aus Astronauten-Perspektive gesehen, die Wolkenbewegungen (super Zyklogenese über Italien - wirklich Lehrbuch-perfekt, Meteorologen, irgendwer?), den Grönland Eisschild, wie er schmilzt und fast bis zu Island wieder zufriert.... Wundervolle Arbeit! Und wenn es nicht so kalt und unbequem gewesen wäre auf den Stiegen, wir wären noch länger bei der Weltkugel geblieben!

Also alles in allem ein perfekter Ausflug? Naja, das nicht 100 Prozent (wenn auch fast), aber wir waren leider nicht die Einzigen, die bei dem schlechten Wetter irgendetwas drinnen machen wollten. Gefühlt war die ganze Bevölkerung Essens in dieser Ausstellung... Ach, ich bin nicht für große Städte gemacht... Ich mag die kleinen Ausstellungen, bei denen man ganz allein durchgeht und alle Bilder ganz für sich hat...

Essens Innenstadt, immer noch Regen und der Abschied

Paternoster fahren!
Foto von Sonja.
An meinem letzten Tag in Essen, wollte ich ein bisschen traditionelles Sight-Seeing machen. Also sind wir in Essens Innenstadt gefahren. Aber bevor die Kirchen-Fußgängerzone-Sehenswürdigkeiten-Tour losgehen konnte, mussten wir noch Lift fahren! Ja, Lift! Aber nicht nur irgendein Lift, sondern ein alter Paternoster! Ein Lift ohne Türen, der einfach auf und ab fährt und wo du reinspringen musst und... Ach, wenn ihr euch nicht auskennt, googelt es!
Das Essener Deiter-Glockenspiel
Und, war das super! Ich hätte den ganzen Tag auf und ab fahren können. Aber gut, wir wollten zu Mittag auch das Deiter-Glockenspiel hören. Leider war es kaputt :( Keine Glocken, kein Geräusch, nicht einmal die korrekte Zeit hat die Uhr oben angezeigt. Nett ausgesehen hat sie... Vermutlich ist diese Uhr das touristischste, was ich in Essen gesehen habe.
Die alte Synagoge im Hintergrund
die Altkatholische Friedenskirche im Vordergrund
Danach sind wir zum Essener Dom gegangen, zur alten Synagoge, zur Altkatholischen Friedenskirche und zum Jahrhundertbrunnen ohne Wasser. Vermutlich haben sie ihn schon winterfest gemacht.
Und weil uns der Regen die ganze Zeit verfolgt hat, war das auch schon die ganze Tour.

Meinen letzten Nachmittag in Essen habe wir ganz faul verbracht. Es war schön, aber auch ein bisschen traurig, weil ich ja nach Hause musste. Der Nachtzug hat mich schließlich zurück nach Wien gebracht.
Auch im Regen kann man Spaß haben!
Dieses Foto hat Sonja von mir am Jahrhundertbrunnen gemacht.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar am ersten, sonnigen Tag in Essen geschriebene Werke auf!

Dienstag, 30. August 2016

Bad Traunstein - Ruhe und Gelassenheit

Wackersteine, Nadelbäume und Sonnenuntergänge


Im Rahmen einer Tanzwoche bin ich jetzt schon das dritte Mal in Bad Traunstein und jedes Jahr genieße ich es mehr denn je. Die Ruhe hier, die unzähligen Wege zum Spazieren, die Stimmung, die mich immer wieder positiv überrascht und in Staunen versetzt. Für ein entspanntes Wochenende könnte es fast keinen schöneren Ort geben.
Panorama vom Wachtstein aus über Bad Traunstein

Nichts zu sehen, oder doch?

Traunsteiner Hauptplatz
Natürlich kann man auch argumentieren, dass es hier langweilig und nicht viel los sei. Denn außer "Gegend", wie meine Mama so schön sagt, hat Traunstein scheinbar wenig zu bieten. Es gibt kein Kino, zum Einkaufen nur einen "Nah und Frisch" mit "Waldviertler Gschäftl" in einem Eck und einen winzig kleinen Badeteich.
Besonders viel Mühe geben sich die Traunsteiner, um ihren scheinbar einzigen Künstler zu präsentieren: Josef Elter, der auch Pfarrer von Traunstein war, schuf zahlreiche sakrale und profane Stein- und Holzbildhauerwerke, die in im ganzen Ort - natürlich auch in seinem eigenen Ausstellungszentrum - zu besichtigen sind.
Dann gibt es die Traunsteiner Kirche, die ganz nett ist, sich kurz anzusehen. Dahinter erstreckt sich der Friedhof, der mit einer netten, ländlichen Kuriosität Aufmerksam macht. Das Gras an der Außenseite der Kirchenmauer ist sehr schwer zu mähen - darum dürfen die hiesigen Schafe sie gelegentlich abfressen.
Kunst im öffentlichen Raum
Bei Schlechtwetter bleib noch das Kurzentrum, in dem du nur abends, für viel Geld und wenn gerade wenig Kurgäste da sind, das Bad und die Sauna benützen kannst.
Und natürlich gibt es abgesehen von Josef Elter auch noch weitere Kunst im öffentlichen Raum. Dafür überlegen sich die Traunsteiner jedes Jahr etwas Neues. Zur Zeit sind im ganzen Ort unter dem Motto "Lass dich nieder in Bad Traunstein" bunt bemalte Sessel aufgestellt.

Klingt das jetzt nach Spannung und Kultur pur? Naja, all das, was hier aufgezählt ist, kann in einem einstündigen Spaziergang gesehen werden und wenn nicht zufällig jemand vom Einkaufen nach Hause kommt, wirst du dabei keiner einzigen Menschenseele begegnen. Und trotzdem hat das kleine Örtchen so viel zu Bieten:

Der Genuss der Ruhe

Wunderschöne Wälder
Sonnenuntergang zwischen großen
Wackersteinen
In scheinbar unberührte Elfenwälder mit Moosbewachsenen Felsen und Wackersteinen kannst du wandern, zwischen Wurzeln und Schwammerl hin und her stiefeln und die Seele so schön baumeln lassen.
Moosbewachsener Fels, der für
Elfen ein Zuhause bietet
Auf den Wachtstein kannst du hinauf steigen und bei guter Sicht in die scheinbar unendliche Weite schauen.
Morgens kannst du den Nebel dabei beobachten wie die Sonne ihn fortküsst und er aufsteigt. Dabei wird dir plötzlich klar, warum so viele vom "mystischen Waldviertel" sprechen.
Und wer die vollkommene Einsamkeit sucht, findet hier auf alle Fälle ein Plätzchen im Wald.
Sonnenuntergang im Wald


Ab zum See

Bei gutem Wetter kannst du das Auto schnappen und zum Edlesberger See fahren - Das sind 15 Minuten Autofahrt, die sich total auszahlen. Dort herrscht zwar in der Hochsaison am Wochenende Vollbesetzung, das tut dem See im Wald aber nicht so viel ab. Es ist immer noch ruhiger als in einem städtischen Freibad - so viel kann ich versprechen. Der See - auch Moorsee genannt - verzaubert dir beim Schwimmen die Haut! Durch den hohen Mineralstoffgehalt, erscheint alles golden.

Den Edlesberger See genießen

Für Interessierte an der Tanzwoche

Alle Infos gibt es unter www.tanzerlebnis.at
Die Unterbringung (in der auch die Tanzsäle liegen) erfolgt zum größten Teil im St. Georgs Haus mit bester Küche und einer eigenen Sauna.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar von Bad Traunsteins Stimmungen inspirierte Werke auf. Eines, das zum Licht im Traunsteiner Wald letztes Jahr entstanden ist, ist bereits online: viola.semper.at/im-licht

Freitag, 19. August 2016

Bornholm - Sechs Tage Urlaub VI

Aller Abschied fällt schwer...

Der letzte Tag ist angebrochen. Heute ging es zurück mit der Fähre nach Ystad, Schweden und weiter mit dem Bus nach Kopenhagen und in den Vorort Kongens Lyngby, wo ich noch ein paar Tage bleiben darf, bevor es endgültig zurück nach Österreich geht.

Was alles übrig bleibt

Und weil wir die letzten Tage immer noch viel zu wenig gesehen hatten, wollten wir heute einiges nachholen. Das Wetter hat dabei nicht ganz so mitgespielt... Immer wieder einsetzender Regen, mal stärker, mal schwächer, hat uns davon abgehalten die Wandmalereien aus 350 v. Chr. zu besichtigen (ein Must-Do bei unserer nächsten Bornholm Reise!). Dafür haben wir es in die technische Sammlung geschafft und das ist tatsächlich eine Sammlung! Von alten Herfeln (Tassen für meine deutschen Freunde), die zu tausenden, ja zu millionen von der Decke hängen, über Werkzeuge und Toiletten und Fotoapparate und Fahrzeuge und Schreibmaschinen und Musikinstrumente bis hin zu Kleidern und Kugelschreibern und Einrichtungsgegenständen und Platten und noch verschlossenen, alten Bierflaschen. Es gibt nicht, was es in dieser Sammlung nicht gibt. Alte Computer, Nähmaschinen, Bücher, Zeitschriften,.... Ich kann gar nicht alles aufzählen! Und fotografieren konnte ich es auch nicht, daher hier auf dem Blog nur ein paar der tausenden Impressionen...
Ein weiterer Zwischenstopp war die Sild Røgerie ("Hering Räucherei") - denn dafür ist Bornholm bekannt. Wir stoppten also in Hasle, besahen uns die Räucherkammer für 2 Minuten, stanken die ganzen restlichen Tag nach geräuchertem Fisch und kosteten sogar einen traditionellen Räucherhering. Tatsächlich wirklich lecker ist es doch unmöglich diesen Fisch zu essen, denn die Kreten sind überall, wirklich überall - das ist schlimmer als mit Katzenhaaren!

Rønne, die Metropole der Insel

Diesen Teil haben wir uns bewusst für den Schluss aufgehoben, da von hier ohnehin unsere Fähre nach Ystad ablegen würde.
Die 13.600 Einwohner zählende Stadt hat einiges zu an Museen zu bieten, aber wir entschieden uns stattdessen zu einem windigen Regenspaziergang, um den Räuchergestank loszuwerden (es hat nicht funktioniert...). Dabei entdeckten wir die hiesige Bibliothek - die wenn auch nicht so schön wie jene in Lyngby und Kopenhagen - doch auch sehr gemütlich war.

Als Abschluss speisten wir erneut beim leckeren Italiener Casa Mia (dieses Mal aber keine Pizza mehr). Die Überfahrt mit der Fähre war ebenfalls recht spannend, denn kurz vor Erreichen des schwedischen Hoheitsgebietes wurde eine Durchsage gemacht - vermutlich mit der versteckten Botschaft, dass nur mehr fünf Minuten lang Alkohol verkauft werden darf - die Schweden sind da etwas strenger als die Dänen.
Die Busfahrt nach Kopenhagen war zwar etwas eng, aber dafür konnte man doch ein bisschen schwedische Landschaft vom Fenster aus beobachten....

Das nächste Mal

Wie bereits erwähnt ist einiges übrig geblieben. Darum muss ich wieder kommen und den Rest ansehen. Dazu gehören:
  • Die hier bereits erwähnten Wandmalereien
  • Das Winkingerhandwerksmuseum bzw. -ausstellung
  • Die kleinen Dörfer zwischendurch, wo die Abzweigungen so schwer zu verpassen sind
  • Jons Kapel (das hat ja nicht richtig funktioniert...)
  • Die Museen in Rønne
  • Das Mittelalterzentrum bei Gudhjem
  • Die Plantagen von Rø
  • Den Schmetterlingsgarten
  • Und vieles mehr, dass ich im Reiseführer nachlesen muss, weil ich es jetzt schon vergessen habe


Tipps für Bornholm Reisende

Falls ihr vorhabt Bornholm zu bereisen, kommen hier ein paar Tipps:

  • Nehmt euch ein Mietauto! Die Insel ist zwar klein, und die Öffis recht gut ausgebaut, aber damit ist man flexibler und kommt überall hin und kann spontan entscheiden, wohin man möchte - wenn man es früh genug bucht, ist es auch nicht teuer ;)
  • Nehmt eine Unterkunft mit Meerblick (Das gilt übrigens für jeden Urlaub in Meernähe)!
  • Esst zumindest einmal Räucherhering, auch wenn es super mühsam ist!
  • Wenn ihr gutes Essen wollt, geht zum Italiener (Das gilt auch für jeden Urlaub!)
  • Sprecht Dänisch - zumindest ein bisschen - die Leute hier plaudern total gerne!
  • Vertraut eurem Reiseführer nicht! Holt euch stattdessen die Broschüren, die es in jeder Touristeninfo vor Ort gratis gibt, die sind um einiges besser, informativer und meistens sind die Wegbeschreibungen besser bzw.:
  • Holt euch Bornholm offline auf Google Maps - die Beschildung ist nur manches Mal zufriedenstellend. Zum Bison-Gehege findet man zum Beispiel ohne Maps nicht hin...
  • Zahlt mit Kreditkarte, habt aber immer ein paar Münzen dabei! Die Dänen mögen kein Bargeld, aber es gibt überall kleine Stände auf der Straße, wo Obst und Souvenirs und oft auch einfach Kramsch verkauft wird - dort sitzt kein Mensch, es gibt einfach eine Kasse, wo man das Geld hineinwirft und das gewünschte Dings mitnimmt.


Und zum Abschluss

Wenn ihr gerne meinen Blog lest (und das tut ihr, sonst wärt ihr nicht so weit gekommen), besucht doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit viele von Bornholm inspirierte Geschichten und Gedichte auf! Und am wichtigsten: abonniert auch gleich meinen Newsletter, damit ihr keine Reise und keine Texte verpasst!

Donnerstag, 18. August 2016

Bornholm - Sechs Tage Urlaub V

Ab in den Wald!

Nachdem wir die letzten Tage die Küste Bornholms auf und ab gefahren sind und versucht haben so viel Meer in uns aufzusaugen, wie nur gut, haben wir beschlossen, heute das Innere der Insel, das Waldgebiet Almindingen zu besuchen. Dort gibt es die ältesten (wer hätte das gedacht) Ruinen der Insel und die einzige Wisent (für unwissende wie mich Bisons) Herde Dänemarks.



Keine Bisons, dafür Bäume und Steine

Wie der Titel verrät, haben wir bei unserem kleinen Spaziergang durch das mehrere Hekta große Bisongehege keine der beinahe ausgestorbenen Tiere gesehen, nur ein paar Rehe und Hasen (vor allem süße kleine junge Hasen - die irgendwie über ganz Bornholm herumhüpfen).
Dafür haben wir große, kleine, alte und junge Nadel- und Laubbäume gesehen, was für diesen Blog vermutlich nicht so interessant ist, aber ich denke an dich, liebes Schwesterherz, die du diesen Post ja hoffentlich auch liest :D
Am interessantesten war unser zweiter Abstecher im Almindingen Waldgebiet: Zur Lilleborg, einer alten, kaum erhaltenen Ruine, von der aus eine kleine Wanderung (wir haben uns dabei bestimmt niemals verirrt) weiter zum Ekkodalen ("Echotal", was laut Reiseführer ein beeindruckendes Spaltental darstellen soll) gemacht. Wie beeindruckend es tatsächlich ist, lasse ich euch selbst aufgrund des Fotos entscheiden...



Auf den höchsten "Berg" Bornholms, den Rytterknægten ("Reiterknecht") mit 162m Höhe haben wir es dann nicht mehr geschafft, dafür zum ältesten Steinbau der Insel der Ruine Gambleborg ("alte Burg"). Diese Burg fungierte bis ca. 1100 als Hauptfestung von Bornholm. Ohne Hinweisschild sind die übrig gebliebenen Steinhaufen nicht zu identifizieren, aber an einem Ort solcher Geschichte zu stehen... Naja, ein Tor sieht man noch und... Es gibt eine Tafel auf der steht, als was die Burg gedient hat und das war schon interessant.

Weinbau im Norden und das letzte Abendessen


Nach unserer kleinen Waldtour beschlossen wir an den Strand in den Süden zu fahren - nicht aber ohne einen Abstecher nach Pedersker, wo sich der einzige Weingarten Bornholms befindet mit dem schönen Namen Vingården Lille Gadegård. Wie der Wein schmeckt haben wir noch nicht ausgetestet, wird aber bestimmt noch geschehen ;)
Am Abend ging es dann aufgrund des Regens leider mit dem Auto nach Allinge, um unser letztes Bornholmer Abendessen zu genießen. Und weil wir die ganze Woche schon die Italiener der Insel ausgetestet haben, war dieses Mal das Restaurant Margeritten an der Reihe. Dieses hat mich nicht nur mit dem Geschmack der Pizza und dem netten vom Regen geschützten Gastgarten mit Heizstrahlern überzeugt, sondern auch dadurch, dass unsere Kellnerin den wunderschönen Namen Viola trägt, den ich selbst auch meinen nennen darf.

Wer von mir geschriebene Geschichten lesen will, die von Bornholm, dem zauberhaften Wald, den alten Ruinen und den Wisents inspiriert sind, sieht sich am besten auf meiner Website viola.semper.at um - dort werden in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder Texte dazu auftauchen.