Dienstag, 1. August 2017

Bosten Teil 2 - ein bisschen Kultur, ein bisschen Geschichte

Alte Häuser und neues Wissen - In Boston und Cambridge gibt es viel zu sehen

Im ersten Teil meines Boston Reiseblogs habe ich mich auf meine Inspirationsquellen und Schreiborte konzentriert. Nun - mit endlos langer Verspätung - geht es um das etwas klassischere Touristenprogramm in Boston.

Hoch im Norden, oder eigentlich nicht: North End!

Impression aus North End
Nachdem ich - immer wieder mit kurzen Schreibpausen - den Harbour Walk nach Norden entlang spaziert war, ging es durchs North End Viertel.
Im Gegensatz zur Hochhäuser geprägten Innenstadt, die ich so gut es ging vermieden habe, ist North End überschaubar, mit engen Gassen und super süß verwinkelt. Diese ehemalig reine Wohngegend hatte sich rund um den North Square - mit Kirche und Markt - etabliert. Immer wieder wurde das Viertel neu besiedelt. So waren um 1850 die Iren die größte ethnische Gruppe in North End. In dieser Zeit wurde auch Back Bay erst aufgeschüttet, welches gemeinsam mit Beacon Hill zur schönen Reichengegend wurde, während North End in Armut versank. Um 1900 verwandelte sich das Viertel von der Iren-Zentrale in das Judenquartier. Seit 1930 übernahmen eingewanderte Italiener das Viertel und verwandelte es in Little Italy von Boston.
Old North Church
Das Paul Revere House, erbaut 1680 ist das älteste Haus der Stadt. Der einzige Grund, warum es noch steht? Paul Rever lebte von 1770 bis 1800 hier. Gleich ums Eck steht die berühmte Old North Church. Diese fotogene georgianische Kirche wurde 1723 erbaut und ist die älteste der Stadt. In der amerikanischen Revolution diente der Kirchturm, um Patrioten am anderen Ufer des Charles Rivers vor einem Angriff der Briten zu warnen. Eine wichtige Rolle spielte auch Paul Revere - darum wurde er zum Volkshelden und das Paul Revere House steht bis heute. Mehr dazu gibt es im Wikipedia-Eintrag von der Old North Church.


Ein bissi Kriegsgeschichte muss wohl auch sein: Charlestown

Das Bunker Hill Monument
Eine andere geschichtsträchtige Gegend in Boston ist Charlestown. Hier liegt das berühmte Kriegsschiff USS Constitution. Es wurde 1792 gebaut und war seinerzeit das modernste Kriegsschiff. 1797 verließ es erstmals den Hafen, um amerikanische Kaufleute im Mittelmeer vor nordafrikanische Piraten zu beschützen. Das Resumé des Schiffes lässt sich zeigen: Es kämpfte in 42 Kriegsgefächten und bekam den Spitznamen "Old Ironsides". Heute trägt sie die Ehre, das älteste, noch schwimmende Kriegsschiff der Welt zu sein.
Gleich ums Eck befindet sich auf einem Hügel das Bunker Hill Monument - Ein 73 m hoher Obelisk. Er erinnert an den 17. Juni 1775. Gut gedrillte Berufssoldaten der britischen Armee versuchten den Hügel einzunehmen, aber die schlecht bewaffneten Kolonisten verteidigten den Hügel, zumindest zwei Mal. Beim dritten Mal gelang den Briten der Sieg, dennoch war das Image der Armee stark angekratzt.

Schöner wohnen: Beacon Hill und Back Bay

Diese beiden Wohnviertel sind einfach schön zum Durchspazieren. Die alten Backsteinhäuser mit den lustigen Feuertreppen (ich bin mir sicher, als diese angelegt wurden, haben sich viele BewohnerInnen beschwert, dass es das Stadtbild zerstört - ich finde, es gehört einfach zum amerikanischen, Backsteinhaus-Stil und mir gefällt es!) und begrünten Straßen und Vorgärten. Aber in diesem Fall sagen Bilder mehr als tausend Worte!

                                                          
                                                 Impressionen von Beacon Hill und Back Bay

Wo die superintelligenten Menschen studieren: Cambridge

Harvard Yard
Die Zwillingsstadt von Boston, am anderen Ufer des Charles River gelegen, ist vor allem für seine zwei Top-Unis bekannt: Harvard und MIT und darum musste ich mir auch genau die genauer ansehen. Während der Harvard Yard mehr von Touristenmassen als von Studierenden besiedelt wird, sieht man dem MIT von außen nichts Großartiges an (auch wenn der Reiseführer es als "bemerkenswertes Ensemble funktionaler moderner Architektur" bezeichnet). Okay, die Kuppeln vielleicht, aber es ist doch vergleichbarer - vom Bau - mit einem Universitätsgebäude in Wien, das später irgendwann dazu kam und von außen nicht als Uni zu erkennen ist (vom alten Hauptuni-Gebäude rede ich natürlich nicht! Aber vielleicht vom NIG).
Harvard hat schon eher diesen klassischen amerikanischen Uni-Flair, den ich von Serien wie Gilmore Girls kenne. Da kann ich mir vorstellen, dass eine junge Englischstudentin unter einem Baum sitzt, philosophiert und schreibt. Ich kann mir da vorstellen, zu sitzen und zu schreiben. Der Harvard Yard mit seinen großen Bäumen und grünen Wiesen, verlockt einfach dazu.
Zum Abschluss ein paar Fakten: 6 US-Präsidenten, 29 Nobelpreisträger und zahlreiche Promis haben in Harvard studiert.

Mehr Fotos!

Mehr Bilder von Boston und überhaupt von meinen Reisen gibt es auf meinem Instagram Account.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen immer wieder von meinen Reisen inspirierte Texte auf. Zum Beispiel: Der Tag, an dem ein Hund zu den Gänsen ins Wasser sprang

Mittwoch, 24. Mai 2017

Boston Teil 1 - in der Sonne, im Regen, immer schreibend unterwegs

So grün, so pink, so blau - Boston, meine Inspiration für viele Texte

Der Steg am Charles River - mit Blick auf Cambridge - auf dem so mancher Text von mir entstand ...
Für drei Wochen hatte ich die Möglichkeit in Boston zu leben. Neben Arbeit und Alltag, wurde natürlich das Touristenprogramm abgezogen. Ein bisschen langsamer und gemütlicher als sonst, aber ja - die Hotspots der Stadt habe ich gesehen. In diesem Teil gibt es meine Lieblingsorte in Boston zum Lesen, Schreiben, Nachdenken und einfach Entspannen. Der nächste Blogpost wird sich mit der Geschichte, den Denkmälern und der Umgebung (Harvard in Cambridge) beschäftigen. Mehr Neu England Informationen gibt es in meinem Blogpost über Martha's Vineyard und Cape Cod

Charles River Esplanade 

Der Blick auf Boston von der Grünfläche am Charles River
Direkt am Charles River gibt es eine wunderschöne Promenade - vor allem im Frühling hat sie etwas fast schon Kitschiges - mit den in kräftigstem Pink blühenden Bäumen. Tausend Eichhörnchen laufen hin und her - sind hier noch ein bisschen scheuer als in den Parkanlagen und Gänsescharen mit ihren kleinen Küken grasen neben den Wegen und ignorieren jegliche menschliche Störefriede vollkommen. Für Touristen gibt es auch ein kleines Schmankerl: Die Hatch Memorial Shell - eine Open-Air Bühne - ist nicht nur ein schönes Fotomotiv. Im Sommer gibt es fast wöchentlich Gratis-Konzerte. Für mich am interessantesten waren aber die Holzstege mit ihren Sitzgelegenheiten und mehr als nur einmal habe ich dort meiner Inspiration freien Lauf gelassen. Der Nachteil: Am Charles River in Boston - auch bekannt als die windigste Stadt der USA - fühlt man sich schnell vollkommen durchgeblasen und erfroren. 

Die Parkanlagen in Boston

 
Der Eingang zum Public Garden in Boston
Mein kleiner Freund, den ich
im Boston Common kennengelernt
habe

An den kälteren Tagen habe ich mich also in den Boston Common bzw. im Public Garden (zwei direkt nebeneinander liegende Parkanlagen) begeben. Der ältere - Boston Common, eröffnet 1634 - hat mir selbst nicht so zu gesagt. Viel gepflegter, voller Bäume und im Frühling wahrlich grün - plus einem See in der Mitte - war mein Anziehungspunkt eher der Public Garden. Hier kommen die Eichhörnchen zu einem auf die Parkbank, beschnüffeln dich und sind schlichtweg entzückend süß - wenn auch ein bisschen ablenkend beim Arbeiten.

Wo schreibe ich an Regentagen?

Der Lesesaal Bates Hall in der Boston Public Library
In einer Bibliothek! Ohja - Bibliotheken forever! Da ich seit meiner Weltreise ein bisschen auf Sparkurs bin, habe ich die bezahlte J. F. K. Library ausgelassen. Fiel mir nicht schwer - denn in meiner Nähe gab es gleich die Boston Public Library. Diese Bibliothek ist nicht nur die älteste öffentliche Bibliothek der USA (geöffnet 1848), sondern auch die erste, die Bücher - anstatt sie nur aufzubewahren - auch verlieh! Die Außenfassade ist zwar schon schön, aber nicht so beeindruckend wie die Innenräume. Wandgemälde und Löwenstatuen schmücken das Stiegenhaus, im Lesesaal, der Bates Hall, gibt es 15 herrliche Bogenfenster und wunderbare Beleuchtung. Wenn das Wetter dann besser wird, kann man sich im gemütlichen Innenhof ausbreiten. Schade, dass es diese Bibliothek noch nicht in mein Weltreise Ranking geschafft hat. 

Zwischenstopps beim Erkunden der Waterfront von Boston

Der Blick vom Harbor Walk auf den Bostoner Hafen
Man weiß nie, wann einen die Muse küsst, darum habe ich auch meinen Notizblock und einen Stift immer dabei. Wie richtig ich daran lag, merkte ich bei meinem Spaziergang am Harbor Walk (Da das ein Eigenname ist, verwende ich ausnahmsweise die amerikanische Schreibweise .. Ach, wie komisch Harbour ohne das u aussieht).
Insgesamt könnte man 76 km an der Wasserfront entlang spazieren und von den Piers auf die Schiffe und Boote und übers Meer blicken. Ich habe nur den Teil "bewandert", der im Zentrum von Boston liegt - danach ging es weiter nach North End - aber dazu dann später mehr.
Ich bin am Christoph Columbus Waterfront Park losmarschiert. Immer wieder musste ich die Kamera zücken, um den Hafen zu fotografieren und - weil ich Glück mit dem strahlenden Sonnenschein-Wetter hatte - mich gelegentlich hinsetzen, auf das blaue Wasser blicken und schreiben. Wer in Boston ist, MUSS - zumindest ein kurzes Stück - am Harbor Walk schlendern.

Geht man den Harbor Walk entlang, kommt man auch am Christoph Columbus Park vorbei. Hier ein Blick über den Park auf Boston.
Huch - in drei Wochen sieht man doch mehr, als gedacht, darum folgt so bald als möglich, ein zweiter Teil von Boston, in dem ich mich auf einen anderen Aspekt der Stadt konzentrieren werde.

Mehr Fotos!

Mehr Bilder von Boston und überhaupt von meinen Reisen gibt es auf meinem Instagram Account.

Und zum Abschluss

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Montag, 15. Mai 2017

Ein kurzer Trip durch Neu England - Regen auf Martha's Vinyard und Cape Cod

Was ist amerikanischer als ein Roadtrip?

Bei meinem beinahe dreiwöchigen Aufenthalt in Boston (Blogpost folgt) musste natürlich auch ein richtig klassischer, amerikanischer Roadtrip auf meinem Programm stehen. Mit dabei: Donuts im Auto, spontane Zwischenstopps, wunderbare Frühstückspensionen und holprige Straßen.

Ein Strand auf Martha's Vineyard im Regen


Der erste Eindruck von Neu Englands berühmter Natur


Die erste Etappe des Roadtrips führte uns auf die Insel Martha's Vineyard. Doch bevor wir dort ankamen, gab es ein paar Unterbrechungen. Wer will schon durchgehend Autobahn fahren, bis er am Ziel ist? (Oder verkenne ich den Sinn eines Roadtrips gerade?).
Der Ort Plymouth ist hauptsächlich dafür bekannt, dass die "Mayflower" dort erstmals gelandet ist. Doch dazu erst später mehr. Am ersten Tag des Roadtrips wollten wir die dünne Landzunge besuchen, die sich nördlich von Plymouth in den Atlantik wagt. Ein holpriges Unterfangen. Mehr Schlaglöcher als Straße trennten uns von dem Leuchtturm, der unser erstes Ziel sein sollte. Auf der nicht asphaltierten Straße kämpften wir uns also durch den Regen, der pünktlich bei unserer Abreise eingesetzt hatte. Die Unebenheiten führten dazu, dass die Sechser-Packung Donuts, die doch irgendwie zu einem Roadtrip dazu gehört (Ihr habt mich ertappt, ich bin ein Donut-Fan - vor allem, wenn es Autobahn-Reststätten mit Dunkin Donut - Drive through gibt!), hoch und runter geschleudert wurde. Dennoch war der Ausblick ein Traum - der zarte Sandstrand, ging in ein wildes Meer über. Durch den Regen war die Stimmung noch eindrucksvoller. Die Urgewalt Wasser, die an der dünnen Landzunge leckte, hatte etwas besonders Wildes.
Die wilde Fahrt durch den Regen, direkt am Strand entlang.
Da es aber mit dem Regen immer schlimmer wurde, mussten wir das Unterfangen letztlich abrechen, da es doch noch eine kleine Wanderung bis zum Leuchtturm gewesen wäre.
Die Ortschaft Plymouth selbst wollten wir uns am Heimweg - in der Hoffnung, dass der Regen bis dahin nachlassen würde - ansehen und so ging es weiter Richtung Woods Hole, wo uns die Fähre auf Martha's Vineyard bringen würde.
Die kleinen Ortschaften am Weg zeigten ein wunderschönes Zusammenspiel zwischen Wald und Stadt. Überall gab es Laubbäume, die entweder blühten oder - als wäre es Herbst - mit bunten Blättern geziert waren. Selbst im Regen konnte ich verstehen, warum Neu England mit ausgesprochen schöner Natur in Verbindung gebracht wird.

Martha's Vineyard - Romantik im Regen


Ich - vor dem Gay Head Light House
Endlich in Martha's Vineyard angelangt, regnet es genauso vor sich hin, wie den ganzen Tag schon. Dennoch wollten wir nichts von der Insel verpassen. Unsere Tour führte uns zum East Chop Light House und durch die kleinen Straßen von Edgartown. Am späteren Abend machte das grauenhafte Wetter eine Pause und wir konnten im Trockenen durch die touristischen Gassen von Vineyard Haven spazieren.
Am nächsten Morgen erwartete uns das leckere Frühstück unserer kleinen Pension: Frische Pancakes, Ham and Eggs, Muffins, Gepäck und Müsli - alles, was mein Frühstück-vergötterndes-Herz liebt.
Leider konnten wir keine zweite Nacht bleiben, denn einen Roadtrip verbringt man ja hauptsächlich on the Road. Weiter ging es also im Auto. Zuerst zum berühmten Gay Head Light House, 1857 in der heutigen Form in Betrieb genommen. Einen großen Vorteil hat das scheußliche Regenwetter schon: Man fährt ganz alleine über die wunderschöne Insel, parkt in Ruhe direkt vor dem Leuchtturm und kann in einsamer Zweisamkeit über die wunderschönen Klippen blicken.
Der "Storyboard Walk" auf
Martha's Vineyard
Nach einem kurzen Zwischenstopp am Strand mit einem romantischen Regenspaziergang, an dem nur die Möwen teilhaben durften, ging es an der Südküste der Insel weiter. Im Auto sitzend erkundeten wir weitere Strände, Wälder und Dörfer. Dabei fanden wir im Wald überraschend den Storyboard Walk - ein kurzer Spaziergang bei dem an den Bäumen eine Geschichte geschrieben steht. Eigentlich für Kinder war ich trotzdem begeistert. Alle paar Meter konnten wir ein bisschen mehr von der Holzente "Duck" erfahren, die unbedingt fliegen lernen wollte.
Als Abschluss kehrten wir zum Edgartown Light House zurück. Leider war auch dieser - so wie alle anderen - nicht zur Besichtigung geöffnet. Bei allen Vorteilen der Vorsaison, manche Nachteile lassen sich nicht leugnen.

Noch mehr Leuchttürme und eine endlos lange Straße


Die Bibliothek von Woods Hole
Nach unserem kurzen Fußweg in Edgartown waren wir so durchnässt, dass wir beschlossen, bis Provincetown ohne Stopp weiterzufahren. Ach, wie haben wir uns in der Planung getäuscht. Kaum waren wir zurück in Woods Hole am Festland angekommen, lies der Regen nach und unsere Entdeckungslust gewann an Stärke zurück. Gleich neben dem Hafen, befindet sich eine kleine Bibliothek, in die ich einfach einen Blick werfen musste. Bei unserem Glück war gerade irgendein Festival (ach, wenn ich nur wüsste, welches) und zwischen den Bücherregalen, erwartete uns eine Sängerin, die mit ihrer Gitarre und Stimme den Raum füllte.
Nach dem spontanen Konzert, beschlossen wir, einen Blick auf den Nobska Leuchtturm zu werfen. Wir hatten Glück, für ein paar zarte Augenblicke, kam die Sonne zum Vorschein und zeigte uns, dass Cape Cod noch schöner sein konnte! Manche Hypes verstehe ich nicht - den rund um diese Gegend schon!
Der Nobska Leuchtturm in Woods Hole
Die Straße weiter nach Provincetown geht immer gerade aus, zwischen endlos scheinenden Baumreihen. Gelegentlich fuhren wir ab, um die Häuser der Gegend zu begutachten und einen kurzen Blick aufs Meer zu werfen, nur um ohne auszusteigen weiter Richtung Norden zu düsen.


Provincetown - Der andere Ufer von Cape Cod


Der erste Spaziergang durch Provincetown
Am frühen Abend erreichten wir Provincetown. 1620 waren hier bereits die Pilgerväter gelandet und hatten sich nach ihrer langen Reise erholt. Um 1900 verwandelte sich die Stadt in eine Künstler- und Schwulenkolonie mit dem modernen Namen: P-Town. Noch heute gilt sie als die liberalste Stadt östlich von San Francisco. 80 Prozent der Häuser sind im Besitz homosexueller "Wash-Ashores". Cape Cod, insbesondere Provincetown, ist eine der teuersten Immobilienmärkte der USA.
Zu sehen gibt es viel, auch wenn die Stadt mit etwas mehr als 3000 Einwohner nicht sonderlich groß ist. Am prominentesten ist das Pilgrim Monument, das 80 m hoch über die Stadt ragt. Ein bisschen außerhalb über einen Steinsteg zu erreichen, gibt es naturbelassene Dünen mit drei Leuchttürmen.

Frühstück <3 <3 <3
Nachdem am letzten Tag unseres Trips der Regen endlich aufgehört hatte und die Sonne zum Vorschein kam, beschlossen wir (nach einem weiteren kaum zu übertreffenden Frühstück) trotz Flut dorthin aufzubrechen.
Bei Ebbe wäre es viel leichter, so kamen wir an eine Stelle, die sich nur barfuß durchs Wasser gehend überquären ließ. Auch auf den Dünen kämpften wir uns schwer voran (der Strand stand immerhin unter Wasser). Dennoch erreichten wir zumindest einen der beiden Leuchttürme, die auf der extra-dünnen und extra schwer zu erreichenden Landzunge standen. Und es hat sich gelohnt. Wieder einmal waren wir die einzige, doch dieses Mal hatten wir das herrliche Wetter auf unserer Seite und konnten gefühlt endlos weit über den glitzernden Atlantik blicken.


Zu dem Leuchtturm, da ganz in der Ferne, sind wir über die
Dünen gewandert
Einer der Leuchttürme von Province Town
aus der Nähe


Ein Museum in zwei Minuten, Angststarre und die Ankunftsstadt der Pilgerväter


Beim Spazieren im Nationalpark, konnten wir einen kurzen Blick zurück
auf das Pilgrim Monument von Provincetown werfen.


Das Kunstmuseum in Dennis
Da wir nur ein Wochenende für den Roadtrip zur Verfügung hatten, war auch die Heimreise mit Zwischenstopps vollgestopft. Der erste Halt war der Seashore Nationalpark. Wunderschön erstreckte sich die Sumpflandschaft vor uns - doch leider kamen wir nicht weit. Eine klitzekleine Schlange hatte sich am Wegesrand gemütlich gemacht - und bei mir eine so tiefgehende Panik ausgelöst, dass das Weitergehen unmöglich war. Da hatte ich doch tatsächlich den Dschungel von Costa Rica und das Outback von Australien überstanden, ohne eine einzige Schlange zu sehen und plötzlich auf Cape Cod, war eine kleine da und hielt mich davon ab, den Nationalpark zu erkunden. Jeder hat wohl die eine oder andere irrationale Angst, mit der er kämpfen muss: Meine sind Schlangen.
Dieser Ausflug war also kürzer als gedacht, darum blieb uns noch genug Zeit um stattdessen einen Zwischenstopp im Cap Cod Museum of Art in Dennis zu machen. Über 900 Bilder sollten uns dort laut Reiseführer erwarten. Leider waren es nicht so viele - oder glücklicherweise, denn kaum eines davon hat mich dazu verleitet, länger als zwei Sekunden hinzusehen. Aber nicht jede Kunst ist für jeden. Für uns hieß es ein erneuter verfrühter Aufbruch.

Der Strand von Sandwich

Mittagessen wollten wir in der Stadt "Sandwich", die uns bestimmt nicht nur mit ihrem Namen lockte. Dort spazierten wir dann auch zum Strand, um einen weiteren Blick auf das Meer zu erhaschen (irgendwie bekomme ich davon einfach nicht genug!). Oh wie traumhaft es doch sein kann, wenn die Sonne hervorkommt. Aber leider sollte sich das schon bald wieder ändern.
Plymouth - die Aussicht auf das Meer :)
Noch hatten wir Glück - auch bei unserem letzten Stopp in Plymouth, America's Hometown, wo die Mayflower gelandet ist. Das Replikat, die Mayflower II, war leider nicht im Hafen anzutreffen, darum spazierten wir gemütlich zum Plymouth Rock (angeblich der Felsen, den die Mayflower-Passagiere bei ihrer Ankunft als erstes berührten) und genossen den Blick über den Hafen.
Mit zunehmender Bewölkung und der bösen Vorahnung, dass der Regen erneut einsetzten würde, machten wir uns auf die letzte Etappe unserer Heimreise.
So schön war also Cape Cod und Martha's Vineyard für mich sogar im Regen, aber noch viel beeindruckender bei Sonnenschein.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen immer wieder von meinen Reisen inspirierte Texte auf. Zum Beispiel: Wo das Rauschen des Meeres wartet

Mittwoch, 10. Mai 2017

Einmal um die ganze Welt - Die besten drei ... Teil 2

Die Städte, Bibliotheken, Ausflüge meiner Reise im Ranking!

Wichtiger Disclaimer: Die Listen beinhalten natürlich nur Orte, die ich im Rahmen der Weltreise besucht habe, darum bin ich mir fast sicher, dass Platz 1 vielleicht noch irgendwo da draußen auf mich wartet, um entdeckt zu werden. Darum werden auch Orte, die ich vor der Weltreise besucht habe, auf dieser Liste nicht vorkommen!

Die drei schönsten Bibliotheken!

Wie ihr wisst, bin ich ein bisschen ein Freak, wenn es um Bibliotheken geht. Zu meiner Schande, habe ich es weder in Singapore, noch in Bali, Neuseeland, Hawaii oder New Orleans in eine Bibliothek geschafft. Darum müsste es eigentlich hier heißen: Die drei schönsten Bibliotheken Australiens und das muss man wiederum einschränken, da ich eigentlich nur vier besucht habe. Tja, dieses Ranking macht wohl wenig Sinn, aber für mich als Bibliothek-Fan war es einfach ein Muss. Zur Auswahl standen vier State Libraries. In der Reihenfolge in der ich sie besucht habe: Queensland (Brisbane), Victoria (Melbourne), South Australia (Adelaide) und New South Wales (Sydney).

Und nun kommen wir zur Liste:

Platz 3 - State Library of New South Wales in Sydney
State Library of New South Wales,
Sydney
Obwohl diese Bibliothek einen gewissen Charme hatte mit der verschlossenen Tür zum Shakespeare-Raum und sie von Außen ein Traum ist, schafft sie es nur auf Platz 3. Der Lesesaal ist mittelmäßig und die Bibliothekare wollten mich einfach nicht auf die Galerie hoch lassen!

Platz 2 - State Library of South Australia in Adelaide
Mit einer Atmosphäre wie in der Bibliothek von Hogwarts, der Möglichkeit alle Bücher anzufassen und diesem tollen Geruch nach alten Büchern, rast die Bibliothek in Adelaide auf Platz 2. Ich könnte Stunden dort verbringen, mir von den Büchern Geschichten zuflüstern lassen und selbst neue schreiben.

State Library of South Australia, Adelaide

Platz 1 - State Library of Victoria in Melbourne
Der verdiente Sieger ist die wunderschöne Bibliothek in Melbourne. Mit der weißen mehrstöckigen Galerie, dem schönen Blick hinab auf den Lesesaal und - das ist der eigentliche Grund, warum die Bibliothek sich selbst auf Platz 1 katapultierte - einer wahnsinnig interessanten, berührenden und inspirierenden Ausstellung über die Geschichte der Bücher und Bücher in der Geschichte, sowie zahlreichen beeindruckenden Zitaten - ist die Bibliothek in Victoria mein absoluter Favorit der Weltreise.

State Library of Victoria, Melbourne

Die drei spannendsten Ausflüge!

Während meiner Reise haben wir immer wieder geführte Ausflüge unternommen. Manchmal bezahlt, manchmal mit Bekannten, Verwandten, Freunden. Hierzu zählen also nur Tagesausflüge, die NICHT von mir selbst geplant waren.
Zur Auswahl stehen: Die Tour durch Bali mit dem Affenwald, Wasserfall und Ubud, die Tour ins Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane, die Sanddünen in der Nähe von Hawk's Nest, die Tour mit der Fähre nach Nelson Bay und hoch auf den Mount Tomaree, der Kurztrip durch das Hunter Valley, die Fahrt zu Castle Hill, die Tour zum Milford Sound und die Schnorcheltour auf Maui.
Schon jetzt muss ich sagen, wie schwer es mir gefallen ist ein Ranking für die besten drei festzulegen. Meine Kriterien waren wie viel wir tatsächlich gesehen haben, wie gut die Background-Infos waren, die wir bekommen haben und - das zählt am meisten - das Gefühl, das ich bei den Fahrten hatte (und wie ihr bestimmt wisst, ist das auch von der Tagesverfassung abhängig und nicht alleine vom Ausflug).

Und nun kommen wir zur Liste:

Platz 3 - Die Fahrt zum Affenwald, dem Wasserfall und Ubud
Ich im Affenwald, Bali
Indonesien
Der Ausflug auf Bali schafft es aus zwei Gründen unter die besten drei. Einerseits haben wir in Bali verhältnismäßig wenig und vor allem wenig Gutes erlebt (definitiv nicht nichts Gutes, aber wenig), weshalb dieser Ausflug aus den vier Tagen heraus sticht. Andererseits war es einfach ein unglaublich tolles Erlebnis ein Äffchen auf meiner Schulter zu füttern und ein bisschen mehr über die indonesische Insel zu erfahren. Ohne diesen Ausflug wäre Bali mir wohl um einiges Schlechter in Erinnerung geblieben.

Ein Zwischenstopp beim Ausflug zum Milford Sound,
Neuseeland
Platz 2 - Castle Hill UND Milford Sound
Puh, dieses Mal konnte ich  mich wirklich nicht entscheiden. Während Castle Hill einen unglaublichen, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat und mich zu vielen Geschichten, Sagen, Gedichten, Ideen inspiriert, war es doch ein sehr kurzer Ausflug. Hingegen hat die Fahrt zum Milford Sound über fünf Stunden gedauert und dabei haben wir viele Stopps eingelegt. Die Wetterscheide am eigenen Leib erleben, den Märchenwald durchzuspazieren - alleine der Sonnenaufgang vom Bus aus - der Ausflug war als solcher einfach gelungen, obwohl Milford Sound, wenn auch beeindruckend, nicht das Highlight meiner Neuseelandreise war.

Platz 1 - Schnorcheltour zwischen Maui und Lana'i
Eindeutig, ohne lange überlegen zu müssen, der schönste Ausflug meiner Weltreise war der kurze Schnorcheltrip von Maui aus! Das Schwimmen mit den Schildkröten, die Schwerelosigkeit sich auf den Wellen treiben zu lassen. Einfach Sonne, Meer, Staunen, Genießen - dieser Ausflug wird mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Außerdem hat er mich wieder einmal dazu motiviert, den Tauchschein in Angriff zu nehmen. Ein Traumausflug - was kann ich da sonst noch sagen?

Schnorcheln mit Schildkröten, Maui, Hawaii, USA


Mit diesen zwei Listen breche ich vorerst ab. Zur Zeit plane ich noch einen Teil 3, aber bevor dieser kommt, muss ich erst die Erlebnisse in Neu England verarbeiten.

Montag, 1. Mai 2017

Einmal um die ganze Welt - Die besten drei ... Teil 1

Die Städte, Strände, Favoriten meiner Reise im Ranking!

Wichtiger Disclaimer: Die Listen beinhalten natürlich nur Orte, die ich im Rahmen der Weltreise besucht habe, darum bin ich mir fast sicher, dass Platz 1 vielleicht noch irgendwo da draußen auf mich wartet, um entdeckt zu werden. Darum werden auch Orte, die ich vor der Weltreise besucht habe, auf dieser Liste nicht vorkommen!


Die drei besten Strände!

Bevor wir mit dieser Liste beginnen, müssen wir zuerst die Strände betrachten, die ich besucht habe. Hier eine Liste der Strände, die überhaupt beim Ranking mitmachen:
Old Men's Beach in Bali, der künstliche South Bank Beach in Brisbane, Strand in Byron Bay, Bennet's Beach und Winda Woppa Beach in Hawk's Nest, Bondi Beach in Sydney, Waikuku Beach in New Zealand, Baby Beach und Black Rock Beach auf Maui, Hawaii.

Und nun kommen wir zur Liste:

Platz 3 - Baby Beach auf Maui
Maui, Hawaii
Maui wird gepriesen als die Insel der Traumstrände und das zu recht! Heller und dunkler Sand, Schnorcheln mit Schildkröten, im Schatten von Palmen liegen - all da ist da. Darum schafft es der Baby Beach auch auf Platz 3 der schönsten Strände meiner Reise. Leider jedoch ist noch mehr da: Touristen bis zum Umfallen! Darum schafft er es eben "nur" auf Platz 3.



Platz 2 - Waikuku Beach in New Zealand
Türkisfarbenes Wasser soweit das Auge reicht, feiner Sand, der zum endlosen Spazieren verlockt, ein paar andere Gäste, aber nicht zu viele. Der Waikuku Beach in New Zealand schafft es, auch wenn ich nur einmal ganz kurz da war, auf Platz 2 der schönsten Strände meiner Reise.

Waikuku Beach, Südinsel, Neuseeland


Platz 1 - Bennet's Beach bei Hawk's Nest
Ta-ta-ta-taaaam! Hier kommt der absolute Sieger, der umwerfend beste, tollste, der einfach traumhafte Bennet's Beach in Australien!
Kilometerlanger Sandstrand, meist leichter Wellengang, Muscheln zwischen durch und beinahe absolute Einsamkeit. Dazu noch die wunderschöne Erinnerung an den Sonnenaufgang aus dem Meer. Ja, dieser Strand ist verdient Platz 1. Nur eine klitzekleine Kleinigkeit könnte ihn noch besser machen: Schattenplätze - die sind hier nämlich gar nicht vorhanden.

Sonnenaufgang am Bennet's Beach, Hawk's Nest, NSW, Australien

Die drei schönsten Städte für Touristen!

Achtung, Achtung! Ich habe diese Liste für Städte zum Urlaub machen, Sight Seeing genießen, fremde Kulturen erleben erstellt - nicht, weil ich dort wohnen möchte. Das wäre eine eigene Liste, über die ich später einmal nachdenken werde.. Außerdem habe ich kleine Orte oder Städte, in denen ich wirklich nur 1-2 Stunden war aus der Liste ausgenommen.
Hier die Städte, die ich besucht habe: Singapur, Denpasar, Brisbane, Melbourne, Adelaide, Sydney, Christchurch, Queenstown, Lahaina und New Orleans!
Kleine zusätzliche Anmerkung: Diese Liste war besonders schwer - nur drei Städte auszusuchen ist echt nicht einfach zu meistern.

Platz 3 - Queenstown
Blick auf Queenstown, Südinsel,
Neuseeland
Die kleine Stadt auf der Südinsel von New Zealand hat es mir wirklich angetan. Zwischen Bergen und See liegt sie ruhig und touristisch da. Ja, es ist alles überteuert, aber Finanzen habe ich ja in der Liste nicht miteinbezogen. Queenstown bietet einfach unglaublich viele Ausflugsmöglichkeiten, außerdem ist das Flair der Stadt, der Blick über den See, die Atmosphäre einmalig umwerfend. Abzüge macht sie bei klassischen Touristenattraktionen - die fehlen nämliche. Es gibt Kunst im öffentlichen Raum, Denkmäler, aber nichts Großes, nicht, wo ich sagen würde: Wenn du in Queenstown bist, dann MUSST du das oder jenes gesehen haben. Nein, ich sage: Wenn du in Queenstown bist, genieße das Feeling, spaziere und schlendere und sieh dich satt an Bergen und See und unternimm viele Ausflüge!



Platz 2 - New Orleans
Die Festival Stadt, die Stadt des Jazz, die Stadt am Mississippi - New Orleans ist bekannt für gute Musik und gutes Essen und einen historischen Kern, nämlich das French Quarter. Auch hier, eigentlich gibt es nicht viel zu sehen, aber das Gefühl im French Quarter ist Lebensfreude pur. Ich bin nicht ein Mensch, der gerne fortgeht, ja ich war noch nicht einmal 21 in New Orleans und habe dementsprechend keinen Tropfen Alkohol konsumiert und dennoch hat es mir die bunte, fröhliche Stadt angetan. Ein Stück amerikanische Geschichte lebt hier, die Verbindung verschiedener Kulturen, französisch, spanisch, englisch lebt im Essen wieder. Die Straßen sind voller Kunst: Malerei, Musik, Dichterei - was gibt es schöneres, als einfach zu flanieren und all das einzusaugen?

French Quarter, New Orleans, LA, USA


Platz 1 - Singapur
Diversität, Sauberkeit, Modernität, unzählige Kulturen - Singapur ist anders, vielfältig, geordnet, voll. Singapur ist modern, innovativ, touristisch. Singapur hat alles, was man sich von einem Städtetourismus erhofft: Geschichte, Kultur, Kunst, Parks, Erlebnis! Ich habe in Singapur volles Programm durchgezogen und in vier Tagen das meiste gesehen, aber in mehr Zeit, wäre noch mehr zu sehen gewesen. Von den wunderschönen Gärten, dem Dschungel in der Stadt über die tausend Tempel und Moscheen, die bunten chinesischen, indischen und malaysischen Viertel bis hin zu den futuristischen Gardens By the Bay, dem Singapore Flyer, der Atmosphäre am Fluss mit dem Blick auf die Wolkenkratzer - Singapur ist verdiente Nummer 1 der von mir besuchten Städte.

Singapur bei Nacht, Singapur


Oh und weil ich sehe, dass dieser Blogpost bereits länger wird als geplant, breche ich nun ab. So viele Listen sind noch in meinem Kopf, mal sehen, was das nächste Mal auf euch zukommt!

Samstag, 15. April 2017

Einmal um die ganze Welt - Best Of!

Meine absoluten Highlights der Weltreise! Das Must-See eines Reisenden! Die Bucket-List, die ich gerne erneut zum ersten Mal durchgehen würde! Die besten 10-Weltreise-Highlights!

Auf meiner Weltreise habe ich 10 größere Destinationen besucht: Singapur, Bali, Brisbane, Melbourne, Adelaide, Sydney, die Gegend um Oxford (NZ), Queenstown, Maui und New Orleans. Bei jeder Destination hat es ein ganz besonderes Highlight gegeben. Diese 10 Highlights möchte ich hier kurz vorstellen.

Singapur - The Gardens By The Bay

Singapur war der erste Stopp meiner Reise. Alles war neu und anders. Die Stadt ist nicht mit europäischen zu vergleichen. Endlich war mir warm nach der Winterkälte in Österreich. Schlichtweg, die ganze Stadt hat mich begeistert, egal ob es der Orchideengarten, Little India, China Town, die Promenade am Singapore River oder der Singapore Flyer war. Aber doch gibt es hier mein absolutes Highlight: Die Gardens By The Bay! Diese futuristischen Bäume haben zu jeder Tageszeit einen besonderen Charm. Tagsüber war nicht so viel los und der Moment, in dem wir in der Höhe auf der Brücke zwischen den Bäumen standen, war etwas ganz besonderes. Es war der zweite Tage der Reise und zum ersten Mal habe ich realisiert, wie weit weg ich von zu Hause war, wie frei, was alles noch vor mir liegt. Dieses unglaubliche Gefühl werde ich immer mit den Gardens By The Bay verbinden.
Am Abend taucht ein Lichtspektakel die Bäume in ein Farben-Schauspiel, das man gesehen haben muss! Wirklich sehenswert!

Die Gardens By The Bay in Singapur

Bali - Tropischer Regen auf Reisfeldern

Die Reisfelder von Bali nach einem tropischen Regenschauer
Der schönste Moment - das muss ich gestehen - ist bei einem
anderen Reisfeld passiert.
Bali - die Insel der Tempel - wird gepriesen als ursprünglich, als traumhaft, voller religiöser Stätte und wunderbarer Strände. Der viele Müll und Verkehr hat mir meinen Aufenthalt leider nicht so schön gestaltet, trotzdem gab es ein paar Augenblicke, die ich immer im Herzen halten werde. Einer davon war der Affenwald, wo kleine Äffchen Bananen auf meiner Schulter gegessen haben, ein anderer kleine Tempel, die zwischen Häuserdächern hervorlugen, aber die ungeschlagene Nummer 1 in Bali war ein Moment, der ganz banal war: An einem Nachmittag hat ein plötzlicher tropischer Regen eingesetzt und wir sind - kurz vor Sonnenuntergang - unter Dach im Freien gesessen und habe die Reisfelder beobachtet, wie sie so grün und kräftig wurden, dass mir die Worte dafür fehlen.



Brisbane - South Bank

Unser erster Stopp in Australien hat mich in eine andere Welt katapultiert. Nach Indonesien war alles wieder so europäisch, so sauber, so ... "normal" für mich. Es war beinahe wie Urlaub im Süden Europas zu machen. Natürlich gab es Bauten, die es bei uns so nicht geben würde, die Menschen waren andere und das Gefühl.. Ja, wir nähern uns meinem Highlight. Das Gefühl, das die Stadt verströmt, ist ein ganz anderes. Insbesondere am Ufer des Brisbane Rivers - im Stadtviertel South Bank. Dort habe ich die meiste Zeit verbracht, geschrieben, Menschen kennen gelernt, beobachtet, die Skyline am anderen Ufer fotografiert.
Die Skyline von Brisbane - fotografiert von meiner Lieblingsstelle: South Bank

Melbourne - State Library of Victoria

Wow - Einfach Wow! Viel mehr kann ich kaum zu dieser unbeschreiblichen Bibliothek sagen. Vielleicht war sie gar nicht so "wow" - vielleicht würde sie euch, mir in einem anderen Moment, kaum jemanden, so viel geben, wie mir an diesem heißen Tag in Australien. Aber für mich war es unglaublich, unbeschreiblich - ein Gefühl von Teilhabe und Ehrfurcht. Ja, die Bibliothek in Melbourne hat es mir ziemlich angetan.

Die Galerie in der State Library of Victoria in Melbourne


Adelaide - State Library of South Australia

Die State Library of South Australia in Adelaide
Schon wieder eine Bibliothek - was soll ich sagen? Ich mag Bücher. Diese Bibliothek hat mich nicht ganz so umgeworfen, wie jene in Melbourne, was aber natürlich auch einfach mit meinem Tagesgemütszustand zu tun haben kann. Sie hat mich aber auf jeden Fall sehr beeindruckt. Der erste Gedanke war: "Ich bin in die Bibliothek von Hogwarts gestolpert". Obwohl der Saal nicht so groß ist, hat er etwas ... Besonderes. Die Bücher sind so nah, zum Anfassen, Herausnehmen, Durchblättern nah - so etwas gibt es in europäischen, alten Prunksälen von Bibliotheken nicht.

Oxford-Gegend - Castle Hill

Bei unserem Aufenthalt auf der Südinsel Neuseelands, gab es zwei Stopps - der erste in der Oxford-Gegend, von wo aus wir einen Ausflug nach Castle Hill unternahmen. Diese wie von Riesen geschaffene Welt hat mir den Atem geraubt. Ich könnte mir keinen schöneren Platz für ein Picknick vorstellen. Auch zum Klettern, wandern, romantisch schlendern, einfach nur schauen und genießen gibt es kaum schönere Orte auf der Welt. Mein definitives Highlight in der Oxford-Gegend: Castle Hill! (Abgesehen davon wurde Narnia dort gedreht..)

Ich an meinem Lieblingsort in Neuseeland - Castle Hill

Queenstown - Die See Promenade

Flanieren an der Seepromenade
von Queenstown
Die Stadt des Extremsports in Neuseeland hat viel zu bieten - für mich gab es allerdings keine entspannenderen Momente, als jene, die ich Musik hörend und in die Ferne blickend am Seeufer verbracht habe. An der Seepromenade gibt es immer wieder Steine oder sogar Bänke zum Flanieren und die Stimmung zwischen Bergen und See ist ... unbeschreiblich!



Sydney - The Rocks

The Rocks in Sydney
Auch wenn mich als Ganzes nicht so begeistert hat: Zu viele Menschen, zu viel Großstadt - hat es mir das Viertel "The Rocks" schon angetan. Die alten Gebäude und die niedrigen Häuser geben einem das Gefühl einer Kleinstadt, die Touristenläden und Restaurants laden zum Flanieren ein und zwischendurch erhascht man einen Blick auf das Opera House oder die Harbour Bridge. Da fühlt man sich schlicht wohl.



Hawaii - Schnorcheln vor Lana'i

Hawaii schreibe ich, dabei waren wir eigentlich nur auf Maui. Trotzdem muss ich Hawaii schreiben, weil mein Best Of zwischen den Inseln Maui und Lana'i (eigentlich näher bei Lana'i) stattgefunden hat: Eine Schnorchel-Tour! Und wie mich diese Unterwasserwelt begeistert hat! Mit Schildkröten einfach auf den Wellen treiben, den bunten Fischen durch die Korallen folgen und zwischendurch Delfine springen sehen, damit die Ruhe des Meeres. Das hat unseren Aufenthalt auf Hawaii um einiges verbessert und schafft es definitiv an den Ort in meinem Kopf, an dem die wichtigsten Erinnerungen gespeichert werden.

Mit Schildkröten schwimmen auf Maui

New Orleans - French Quarter

Wer hätte das gedacht? In New Orleans war das historische Viertel, das Künstlerviertel, das Viertel der Vampire und Geister mein absoluter Favorit! Die Atmosphäre zwischen Malern, Schauspielern, Feuerschluckern und natürlich Musikern, allen voran Jazz Bands, ist die beste Atmosphäre, die man sich nur wünschen kann. Es sei dann man will Ruhe und Einsamkeit, dann nicht, aber dann fährt man ja auch nicht nach New Orleans. Nein, die alten Gebäude haben es mir genauso angetan, wie die Stimmung, die Geräusche, die Geschichten, die von Geistern und Vampiren erzählen, die des Nachts in der einstigen französischen Kolonie ihr Unwesen treiben. Die Stadt gehört auf jede Bucket List!

Die alten Gebäude im French Quarter - New Orleans

Huch - es war wirklich nicht einfach diese Liste zusammenzustellen. So vieles hat mir gefallen, so vieles hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Diese Aufstellung ist aber auf keinen Fall ein Ranking. Niemals könne ich mich entscheiden, welches dieser Highlights meine absolute, einmalige, Nummer Eins ist.
Allerdings kann ich auch Listen mit Siegern erstellen: die "besten drei" verschiedener Kategorien folgen des nächste Mal.