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Dienstag, 22. Oktober 2019

Das Ende des Blogs

Das Ende des Blogs

Leider muss ich darüber informieren, dass dieser Blog nicht weiter betreut wird.
Literatur auf viola.semper.at steht nach wie vor kostenfrei zum Lesen zur Verfügung.
Zusätzlich erscheint Ende 2019 mein Wiener Literaturführer im Falter Verlag, der einerseits durch die Wiener Literaturgeschichte führt, andererseits zu Spaziergängen zu Wiener Literaturdenkmälern einlädt. Nähere Informationen dazu: literatur.wien

Donnerstag, 31. August 2017

Stockholm Teil 2 - Die Fassaden und dahinter

Die Schönheiten von außen, innen, oben und unten!

Wie das im Urlaub eben manchmal so ist, hatte ich nicht nur Sonnenschein-Wetter, sondern auch Wind und Regen und häufig hat es innerhalb von fünf Minuten gewechselt. Aber das schlechte Wetter habe ich für Indoor-Tourismus genutzt.
Mehr über meine Outdoor-Touren gibt es im ersten Teil des Stockholm Reiseblogs.

Der Blick über das Wasser vom Rathaus aus


Das "Innen"

Ihr wisst alle, ich liebe Bibliotheken - darum gehört natürlich auch in Stockholm eine auf mein Programm. Und zwar war ich in Vasastan in der Stadsbibliotek. Gut, so vom Hocker hat sie mich nicht gehaut, aber schön war sie trotzdem.

Die Stadtbibliothek von Stockholm


Die Vasa - Das über 300 Jahre alte Schiff
Ein Modell der Vasa
Das wohl berühmteste Museum in Stockholm ist das Vasamuseet. Wir waren 10 Minuten bevor es geöffnet hat dort und sind trotzdem Schlange gestanden. Aber es zahlt sich aus!
In diesem Museum steht die Vasa, ein Schiff, das vor über 300 Jahren gesunken ist und zwar bei der ersten Fahrt direkt noch im Hafen. Das Schiff ist so gut wie komplett herhalten, genauso alles, was mit an Bord war (inklusive der Skelette der Seemänner, die bei dem Unglück ums Leben gekommen sind). Ich bin nicht so der Schiff-Fan und trotzdem, kaum habe ich das Museum (das eigentlich mehr eine Lagerhalle ist) betreten, blieb mir der Atem weg. Das über 52 m lange Schiff ist wirklich beeindruckend und es wirkt so gigantisch!!

Das "Außen"

Ein "Vorgebäude" des China Pavillons
Okay, ja, es gehört auch ein bisschen zum Innen, immerhin habe ich mir ein völlig unnötiges Ticket für den China Pavillon gekauft, aber eigentlich war es mehr von außen: Das Schloss Drottningholm mit dem umliegenden Schlosspark und dem China Pavillon, der von außen wirklich wunderschön ist, aber von Innen einfach ... ich sag's wie es ist, ich fand es fad. Die Ausstellung der wenigen, alten Möbel und chinesischen Kunst ist ... In fünf Minuten hatte ich alles gesehen und mit Audio Guide gehört, was für mich interessant war.

Die vielen Gänse bei Drottningholm
Darum mehr das "Außen". Wunderschöner Blick auf den Palast, herrliche Spazierwege durch den Wald, aber Achtung: Alles voller Gänsekot! Die Gänsescharen waren wirklich der Wahnsinn, so viele! Ich glaub, ich hab in meinem Leben davor noch nie so viele Vögel gesehen!
Das Schloss selbst hat mich als Österreicherin nicht so beeindruckt - Es sieht aus, wie eine Nachmache von Schönbrunn.

Schloss Drottningholm

Das "Unten"

Im Mittelaltermuseum
Und wieder ist es auch ein "Innen" - das Medletidmuseet, das Mittelaltermuseum, ist gratis zugänglich und jedem, der nach Stockholm geht, rate ich, es zu besuchen - aber bitte vor dem Vasa-Museet. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Dort steht auch ein Schiff, aber es ist Mini und heruntergekommen im Vergleich zur Vasa. Ja, die ehemaligen Seefahrer bzw. Wikinger-Völker sind voller Boote.
Die Reste der originalen
Stadtmauer von Stockholm
Das Museum hat aber nicht nur das Schiff zu bieten. Es zeigt die ursprünglich verschüttet, aber eben jetzt unterirdisch erhaltene, originale Stadtmauer! Das fand ich schon recht cool.
Man ist zwar schnell durch, aber es zahlt sich aus. Und wer sich wirklich für das Mittelalter in Schweden interessiert, für den gibt es gefühlt tausende Info-Tafeln.

Das "Oben"

Der Blick durch die Rathaus-Bögen auf die Touristenmassen
und auf das Ufer von Södermalms
Das Stockholmer Rathaus ist wirklich schön anzusehen, das alte Backsteingemäuer ist mit Efeu überzeugen und der Blick nach Södermalms könnte bei guter Sicht nicht schöner sein. Kein Wunder, dass am Samstag mehr als 10 Hochzeiten hier stattgefunden haben.
Wir haben das Rathaus selbst nicht besichtigt, aber das schönste am Rathaus schon - nämlich den Turm, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf Gamla Stan, die Altsstadt, hat.
Der auf 35 Minuten beschränkte Besuch des"Tornmuseet"s zahlt sich aus, aber auch hier muss man früh genug dran sein - Alle Touren sind immer voll ausgebucht!
Mit dieser wunderschönen Erinnerung an den Ausblick von oben auf Stockholm, beende ich meinen Reiseblog zu diesem Kurzurlaub.

Gamla Stan - die Altstadt von Stockholm - von oben

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen immer wieder von meinen Reisen inspirierte Texte auf.

Donnerstag, 24. August 2017

Stockholm Teil 1 - Spazieren, Flanieren, Beobachten

8 Inseln, 5 Parks, 3 Museen und unzählige wunderschöne Aussichten

Auch an grauen Tagen hat das Licht in Stockholm etwas ganz Eigenes ...

Eine Woche lang hatte ich die Möglichkeit, mir die Hauptstadt Schwedens, Stockholm, anzusehen. Da mein Urlaub dieses Jahr schon mehr als überstrapaziert war, hieß das zwar, dass ich mich nicht voll auf das Touristenprogramm stürzen konnte, aber auch als Teilzeit-Tourist schafft man es Stockholm in einer Woche zu erleben.



Hier kommt der erste Teil, der gefüllt ist mit den ganzen Spaziergang-Routen, die ich zurückgelegt habe. Im zweiten Teil folgen die Museen, alles, was ich mir von Innen angeschaut habe, sowie der Ausflug nach Drottningholm.

Eine kleine Zeitreise

Ein bisschen Grün in Gamla Stan
Stockholm ist eine geschichtsträchtige Stadt. Vor allem das Mittelalter verschlägt einem den Atem, wenn man gemütlich durch Gamla Stan, die Altstadt, spaziert. Die bunten Häuser, die engen Gässchen - es versetzt einen in eine andere Zeit - wären da nicht die vielen Touristen, Touristenläden, Touristenshops, Touristenführungen, ...
Am Rande der Altstadt befindet sich auch das Königliche Schloss, Kungliga Slottet, das auf jeden Fall einen Blick, ein Foto oder vielleicht sogar eine Besichtigung wert ist - letzteres habe ich jedoch nicht selbst überprüft.
Inmitten der Altstadt befindet sich außerdem die Tyska Kyrkan, die Deutsche Kirche, die von Innen und von Außen ein Blickfang ist.

Das Innere der Tyska Kyrkan

Das Hase bei der Maria Magdalena Kyrkan
Der Weg auf die Klippen
am Nordufer von
Södermalms
Apropos Kirchen, auf der Insel Södermalm, sollte man auf jeden Fall die Maria Magdalena Kyrken besuchen. Der umliegende Park, der eigentlich ein Friedhof ist, hält nämlich einiges an Überraschungen bereit: Ein kleiner Hase wohnt dort. Gut, eigentlich ist es ein großer Hase. Vielleicht gibt es auch mehr, ich habe aber nur einen gesehen.
Wer also schon seinen Ausflug nach Södermalm plant, sollte auf jeden Fall die Klippen im Norden hochsteigen. Von dort oben hat man einen atemberaubenden Ausblick auf Stockholms Rathaus, das Stadshus, und die ganze Wasserfront.


Das Rathaus vom anderen Ufer


Das Grüne in der großen Stadt

800.000 Stockholm-Bewohnerinnen und Bewohner genießen die Tatsache, dass 40 % des Stadtgebiets Parks und Grünflächen sind. Und ich genoss das auch sehr. Von den 14 Inseln der Innenstadt, bzw. den mehr als 30.000 Inseln des Stockholmer Schärengebiets konnte ich nur 8 besuchen.
Auf der kleinen Insel Skeppsholmen steht das Museum für Moderne Kunst (Moderna Museet). Auch wenn ich es nicht besichtigte - ich konnte die bunten Kunstwerke davor bewundern. Diese Insel zahlt sich auf jeden Fall für einen Spaziergang aus, denn von den großen Felsen hat man einen wunderschönen Blick über das Wasser auf die anderen Inseln.

Der Blick von Skeppsholmen auf den Vergnügungspark Gröna Lund


Der Vogelteich auf  Djurgården
Um einiges größer ist die Insel Djurgården. Auf dieser befindet sich das berühmte Vasamuseet (mehr dazu im nächsten Blogeintrag), das Nordisk Museet, das Freiluftmuseum Skansen, der Vergnügungspark Gröna Lund, und das ABBA - Museum. Lässt man aber all das hinter sich, befindet man sich in einem wunderschönen Eichenwald. Hier hat der Malerprinz Eugen in seiner Waldermarsudde gemalt. Hier gibt es wunderschöne Blumenfelder, zwischen denen man im Rosendals Trädgårdskafe einen Snack oder eine Erfrischung zwischendurch zu sich nehmen kann. Gleich daneben befindet sich das Lustschlösschen Rosendals slott. Und wer noch weiter spaziert, genießt wunderschöne Natur mit Blicken über das Wasser.
Das Rosendals Slott
Die Schäreninsel Fjäderholmarna
Wer es noch idyllischer oder uriger möchte, nimmt das Schiff auf die Schäreninsel Fjäderholmarna. Aber - blöd gelaufen - diese Mini-Insel, die man in 10 Minuten umrundet hat, hat nicht nur mich angelockt, sondern auch alle anderen Touristen. Ich war an einem Sonntag dort - kein Wunder also, dass sie komplett überfüllt war. Die Preise in den wenigen Restaurants sind dementsprechend überteuert und ob sich das dann wirklich lohnt ist eine andere Frage.
Zu guter Letzt war ich im Nackareservatet spazieren, einem Naturpark im südlichen Stockholm unterwegs. Hier gibt es Kinderwagen-taugliche Wege, echte Wanderstrecken und einen Golfplatz, der so perfekt in die Natur eingebaut ist, dass man ihn glücklicherweise nicht als solchen erkennt, wenn man nicht ganz genau hinsieht.
Das Nacka-Reservat
In jedem Fall findet man in Stockholm wunderschöne Orte zum Spazieren Gehen und magische Fotomotive, über das immer blau glänzende Wasser blickend.

Der nächste Teil meiner Stockholm-Reise folgt so bald wie möglich!

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen immer wieder von meinen Reisen inspirierte Texte auf.



Samstag, 22. Oktober 2016

Essen - Deutschland

Essen - Eine Stadt, die eigentlich nicht so schön sein dürfte

Los geht es vom Wiener Hauptbahnhof mit dem Euronight Express im Liegewagen nach Düsseldorf und dann weiter nach Essen, wo mich meine gute Freundin Sonja erwartet hat.
Der Kölner Dom - Vom Zug aus
In meinem Abteil waren auch noch fünf andere Leute, darunter eine junge Familie mit einem vielleicht sieben jährigen Sohn (Oder irgendetwas in der Richtung..) Jedenfalls: Kurz bevor wir Köln angekommen sind, haben ihn seine Eltern gefragt, ob er sich denn schon auf Zuhause freue. Und er hat aus dem Fenster geschaut und gemeint: "Nein! Da sind nur alte, kaputte Häuser da draußen!". Und wie Recht er nicht hatte: Vor dem Fenster waren nur alte, kaputte Gebäude, schlechtes Graffiti und hässliche Fabriken... Aber - und hier kommt das große Aber: Als wir durch Köln gefahren sind, konnte ich einen Blick auf den Kölner Dom erhaschen und von da an, ging es bergauf: Alte Gebäude ja - aber definitiv besser aussehend :)

Ich habe sonniges Wetter mitgebracht... Uuuuuuund es ist weg!

Das gute Wetter muss man
genießen, solange es anhält.
Ein kleiner Bach macht jeden Park besser.
Hohe Bäume, bunte Blätter und blauer
Himmel - Hallo, goldener Herbst!
Wie ihr ja jetzt schon wisst, bin ich nach Essen gefahren, um eine gute Freundin zu besuchen. Eigentlich ist das der einzige Grund, warum ich überhaupt auf diesem Kurzurlaub bin. Sie hat mich also noch zu sich nach Hause gebracht, bevor sie leider zurück auf die Uni musste. Weil aber das Wetter noch spitze war und die Wettervorhersage ziemlich schlechtes Wetter in den nächsten Stunden, wenn nicht Minuten vorhergesagt hat, habe ich meine Tasche gepackt und einen Spaziergang durch den ältesten Park Essens gemacht, dem Borbecker Schlosspark.
Und er hat mich wirklich überrascht: So ein wunderschöner Ort! Okay, das Schloss war nicht so beeindruckend, aber die ganzen herbstlichen Bäume, die noch warme Sonne - das alles hat meinen Spaziergang ziemlich perfekt gemacht. Und hier kommt's: Ich hatte noch dazu meinen Stift, meinen Block und Schokolade mit. Was könnte also noch besser sein?
Der perfekte Ort zum Schreiben :)
Okay, vielleicht wenn das Wetter so gut geblieben wäre... Das hätte besser sein können. Ein paar Stunden später hat nämlich der Regen schon angefangen... Und hat nicht aufgehört bis ich abgereist bin..

Pulli-Wetter, die Schönheit der Erde und tausende Menschen

Am nächsten Tag sind wir schon mit Regen vorm Fenster aufgewacht. Nass und Kalt und einfach wäh... Und weil mein Reiseführer eigentlich nur Parks, schöne Straßen und Hausfassaden empfiehlt haben wir zuerst nicht gewusst, was wir machen wollen. Darum ist es wirklich super, wenn man einen Insider dabei hat - Sonjas Mama hat uns eine Fotoausstellung, genannt "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen - eine Nachbarstadt - empfohlen.
Die Fotos in der Ausstellung können mit uns im Vordergrund
natürlich nur verbessert werden.
Dieses hat Sonja von mir gemacht :)
Wir nennen es: "Der Angriff!"
Die Erde in der Ausstellung!
Und die Ausstellung hat mich wirklich beeindruckt! Die Bilder waren ansprechend, so voller Leben und Farbe, aber das aller beste an der Ausstellung: Eine riesengroße Erde! Wir haben Tag und Nacht aus Astronauten-Perspektive gesehen, die Wolkenbewegungen (super Zyklogenese über Italien - wirklich Lehrbuch-perfekt, Meteorologen, irgendwer?), den Grönland Eisschild, wie er schmilzt und fast bis zu Island wieder zufriert.... Wundervolle Arbeit! Und wenn es nicht so kalt und unbequem gewesen wäre auf den Stiegen, wir wären noch länger bei der Weltkugel geblieben!

Also alles in allem ein perfekter Ausflug? Naja, das nicht 100 Prozent (wenn auch fast), aber wir waren leider nicht die Einzigen, die bei dem schlechten Wetter irgendetwas drinnen machen wollten. Gefühlt war die ganze Bevölkerung Essens in dieser Ausstellung... Ach, ich bin nicht für große Städte gemacht... Ich mag die kleinen Ausstellungen, bei denen man ganz allein durchgeht und alle Bilder ganz für sich hat...

Essens Innenstadt, immer noch Regen und der Abschied

Paternoster fahren!
Foto von Sonja.
An meinem letzten Tag in Essen, wollte ich ein bisschen traditionelles Sight-Seeing machen. Also sind wir in Essens Innenstadt gefahren. Aber bevor die Kirchen-Fußgängerzone-Sehenswürdigkeiten-Tour losgehen konnte, mussten wir noch Lift fahren! Ja, Lift! Aber nicht nur irgendein Lift, sondern ein alter Paternoster! Ein Lift ohne Türen, der einfach auf und ab fährt und wo du reinspringen musst und... Ach, wenn ihr euch nicht auskennt, googelt es!
Das Essener Deiter-Glockenspiel
Und, war das super! Ich hätte den ganzen Tag auf und ab fahren können. Aber gut, wir wollten zu Mittag auch das Deiter-Glockenspiel hören. Leider war es kaputt :( Keine Glocken, kein Geräusch, nicht einmal die korrekte Zeit hat die Uhr oben angezeigt. Nett ausgesehen hat sie... Vermutlich ist diese Uhr das touristischste, was ich in Essen gesehen habe.
Die alte Synagoge im Hintergrund
die Altkatholische Friedenskirche im Vordergrund
Danach sind wir zum Essener Dom gegangen, zur alten Synagoge, zur Altkatholischen Friedenskirche und zum Jahrhundertbrunnen ohne Wasser. Vermutlich haben sie ihn schon winterfest gemacht.
Und weil uns der Regen die ganze Zeit verfolgt hat, war das auch schon die ganze Tour.

Meinen letzten Nachmittag in Essen habe wir ganz faul verbracht. Es war schön, aber auch ein bisschen traurig, weil ich ja nach Hause musste. Der Nachtzug hat mich schließlich zurück nach Wien gebracht.
Auch im Regen kann man Spaß haben!
Dieses Foto hat Sonja von mir am Jahrhundertbrunnen gemacht.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst Du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar am ersten, sonnigen Tag in Essen geschriebene Werke auf!

Dienstag, 30. August 2016

Bad Traunstein - Ruhe und Gelassenheit

Wackersteine, Nadelbäume und Sonnenuntergänge


Im Rahmen einer Tanzwoche bin ich jetzt schon das dritte Mal in Bad Traunstein und jedes Jahr genieße ich es mehr denn je. Die Ruhe hier, die unzähligen Wege zum Spazieren, die Stimmung, die mich immer wieder positiv überrascht und in Staunen versetzt. Für ein entspanntes Wochenende könnte es fast keinen schöneren Ort geben.
Panorama vom Wachtstein aus über Bad Traunstein

Nichts zu sehen, oder doch?

Traunsteiner Hauptplatz
Natürlich kann man auch argumentieren, dass es hier langweilig und nicht viel los sei. Denn außer "Gegend", wie meine Mama so schön sagt, hat Traunstein scheinbar wenig zu bieten. Es gibt kein Kino, zum Einkaufen nur einen "Nah und Frisch" mit "Waldviertler Gschäftl" in einem Eck und einen winzig kleinen Badeteich.
Besonders viel Mühe geben sich die Traunsteiner, um ihren scheinbar einzigen Künstler zu präsentieren: Josef Elter, der auch Pfarrer von Traunstein war, schuf zahlreiche sakrale und profane Stein- und Holzbildhauerwerke, die in im ganzen Ort - natürlich auch in seinem eigenen Ausstellungszentrum - zu besichtigen sind.
Dann gibt es die Traunsteiner Kirche, die ganz nett ist, sich kurz anzusehen. Dahinter erstreckt sich der Friedhof, der mit einer netten, ländlichen Kuriosität Aufmerksam macht. Das Gras an der Außenseite der Kirchenmauer ist sehr schwer zu mähen - darum dürfen die hiesigen Schafe sie gelegentlich abfressen.
Kunst im öffentlichen Raum
Bei Schlechtwetter bleib noch das Kurzentrum, in dem du nur abends, für viel Geld und wenn gerade wenig Kurgäste da sind, das Bad und die Sauna benützen kannst.
Und natürlich gibt es abgesehen von Josef Elter auch noch weitere Kunst im öffentlichen Raum. Dafür überlegen sich die Traunsteiner jedes Jahr etwas Neues. Zur Zeit sind im ganzen Ort unter dem Motto "Lass dich nieder in Bad Traunstein" bunt bemalte Sessel aufgestellt.

Klingt das jetzt nach Spannung und Kultur pur? Naja, all das, was hier aufgezählt ist, kann in einem einstündigen Spaziergang gesehen werden und wenn nicht zufällig jemand vom Einkaufen nach Hause kommt, wirst du dabei keiner einzigen Menschenseele begegnen. Und trotzdem hat das kleine Örtchen so viel zu Bieten:

Der Genuss der Ruhe

Wunderschöne Wälder
Sonnenuntergang zwischen großen
Wackersteinen
In scheinbar unberührte Elfenwälder mit Moosbewachsenen Felsen und Wackersteinen kannst du wandern, zwischen Wurzeln und Schwammerl hin und her stiefeln und die Seele so schön baumeln lassen.
Moosbewachsener Fels, der für
Elfen ein Zuhause bietet
Auf den Wachtstein kannst du hinauf steigen und bei guter Sicht in die scheinbar unendliche Weite schauen.
Morgens kannst du den Nebel dabei beobachten wie die Sonne ihn fortküsst und er aufsteigt. Dabei wird dir plötzlich klar, warum so viele vom "mystischen Waldviertel" sprechen.
Und wer die vollkommene Einsamkeit sucht, findet hier auf alle Fälle ein Plätzchen im Wald.
Sonnenuntergang im Wald


Ab zum See

Bei gutem Wetter kannst du das Auto schnappen und zum Edlesberger See fahren - Das sind 15 Minuten Autofahrt, die sich total auszahlen. Dort herrscht zwar in der Hochsaison am Wochenende Vollbesetzung, das tut dem See im Wald aber nicht so viel ab. Es ist immer noch ruhiger als in einem städtischen Freibad - so viel kann ich versprechen. Der See - auch Moorsee genannt - verzaubert dir beim Schwimmen die Haut! Durch den hohen Mineralstoffgehalt, erscheint alles golden.

Den Edlesberger See genießen

Für Interessierte an der Tanzwoche

Alle Infos gibt es unter www.tanzerlebnis.at
Die Unterbringung (in der auch die Tanzsäle liegen) erfolgt zum größten Teil im St. Georgs Haus mit bester Küche und einer eigenen Sauna.

Und zum Abschluss

Wenn Du gerne liest (und das tust Du, denn sonst wärst du nicht so weit gekommen), besuch doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit bestimmt ein paar von Bad Traunsteins Stimmungen inspirierte Werke auf. Eines, das zum Licht im Traunsteiner Wald letztes Jahr entstanden ist, ist bereits online: viola.semper.at/im-licht

Freitag, 19. August 2016

Bornholm - Sechs Tage Urlaub VI

Aller Abschied fällt schwer...

Der letzte Tag ist angebrochen. Heute ging es zurück mit der Fähre nach Ystad, Schweden und weiter mit dem Bus nach Kopenhagen und in den Vorort Kongens Lyngby, wo ich noch ein paar Tage bleiben darf, bevor es endgültig zurück nach Österreich geht.

Was alles übrig bleibt

Und weil wir die letzten Tage immer noch viel zu wenig gesehen hatten, wollten wir heute einiges nachholen. Das Wetter hat dabei nicht ganz so mitgespielt... Immer wieder einsetzender Regen, mal stärker, mal schwächer, hat uns davon abgehalten die Wandmalereien aus 350 v. Chr. zu besichtigen (ein Must-Do bei unserer nächsten Bornholm Reise!). Dafür haben wir es in die technische Sammlung geschafft und das ist tatsächlich eine Sammlung! Von alten Herfeln (Tassen für meine deutschen Freunde), die zu tausenden, ja zu millionen von der Decke hängen, über Werkzeuge und Toiletten und Fotoapparate und Fahrzeuge und Schreibmaschinen und Musikinstrumente bis hin zu Kleidern und Kugelschreibern und Einrichtungsgegenständen und Platten und noch verschlossenen, alten Bierflaschen. Es gibt nicht, was es in dieser Sammlung nicht gibt. Alte Computer, Nähmaschinen, Bücher, Zeitschriften,.... Ich kann gar nicht alles aufzählen! Und fotografieren konnte ich es auch nicht, daher hier auf dem Blog nur ein paar der tausenden Impressionen...
Ein weiterer Zwischenstopp war die Sild Røgerie ("Hering Räucherei") - denn dafür ist Bornholm bekannt. Wir stoppten also in Hasle, besahen uns die Räucherkammer für 2 Minuten, stanken die ganzen restlichen Tag nach geräuchertem Fisch und kosteten sogar einen traditionellen Räucherhering. Tatsächlich wirklich lecker ist es doch unmöglich diesen Fisch zu essen, denn die Kreten sind überall, wirklich überall - das ist schlimmer als mit Katzenhaaren!

Rønne, die Metropole der Insel

Diesen Teil haben wir uns bewusst für den Schluss aufgehoben, da von hier ohnehin unsere Fähre nach Ystad ablegen würde.
Die 13.600 Einwohner zählende Stadt hat einiges zu an Museen zu bieten, aber wir entschieden uns stattdessen zu einem windigen Regenspaziergang, um den Räuchergestank loszuwerden (es hat nicht funktioniert...). Dabei entdeckten wir die hiesige Bibliothek - die wenn auch nicht so schön wie jene in Lyngby und Kopenhagen - doch auch sehr gemütlich war.

Als Abschluss speisten wir erneut beim leckeren Italiener Casa Mia (dieses Mal aber keine Pizza mehr). Die Überfahrt mit der Fähre war ebenfalls recht spannend, denn kurz vor Erreichen des schwedischen Hoheitsgebietes wurde eine Durchsage gemacht - vermutlich mit der versteckten Botschaft, dass nur mehr fünf Minuten lang Alkohol verkauft werden darf - die Schweden sind da etwas strenger als die Dänen.
Die Busfahrt nach Kopenhagen war zwar etwas eng, aber dafür konnte man doch ein bisschen schwedische Landschaft vom Fenster aus beobachten....

Das nächste Mal

Wie bereits erwähnt ist einiges übrig geblieben. Darum muss ich wieder kommen und den Rest ansehen. Dazu gehören:
  • Die hier bereits erwähnten Wandmalereien
  • Das Winkingerhandwerksmuseum bzw. -ausstellung
  • Die kleinen Dörfer zwischendurch, wo die Abzweigungen so schwer zu verpassen sind
  • Jons Kapel (das hat ja nicht richtig funktioniert...)
  • Die Museen in Rønne
  • Das Mittelalterzentrum bei Gudhjem
  • Die Plantagen von Rø
  • Den Schmetterlingsgarten
  • Und vieles mehr, dass ich im Reiseführer nachlesen muss, weil ich es jetzt schon vergessen habe


Tipps für Bornholm Reisende

Falls ihr vorhabt Bornholm zu bereisen, kommen hier ein paar Tipps:

  • Nehmt euch ein Mietauto! Die Insel ist zwar klein, und die Öffis recht gut ausgebaut, aber damit ist man flexibler und kommt überall hin und kann spontan entscheiden, wohin man möchte - wenn man es früh genug bucht, ist es auch nicht teuer ;)
  • Nehmt eine Unterkunft mit Meerblick (Das gilt übrigens für jeden Urlaub in Meernähe)!
  • Esst zumindest einmal Räucherhering, auch wenn es super mühsam ist!
  • Wenn ihr gutes Essen wollt, geht zum Italiener (Das gilt auch für jeden Urlaub!)
  • Sprecht Dänisch - zumindest ein bisschen - die Leute hier plaudern total gerne!
  • Vertraut eurem Reiseführer nicht! Holt euch stattdessen die Broschüren, die es in jeder Touristeninfo vor Ort gratis gibt, die sind um einiges besser, informativer und meistens sind die Wegbeschreibungen besser bzw.:
  • Holt euch Bornholm offline auf Google Maps - die Beschildung ist nur manches Mal zufriedenstellend. Zum Bison-Gehege findet man zum Beispiel ohne Maps nicht hin...
  • Zahlt mit Kreditkarte, habt aber immer ein paar Münzen dabei! Die Dänen mögen kein Bargeld, aber es gibt überall kleine Stände auf der Straße, wo Obst und Souvenirs und oft auch einfach Kramsch verkauft wird - dort sitzt kein Mensch, es gibt einfach eine Kasse, wo man das Geld hineinwirft und das gewünschte Dings mitnimmt.


Und zum Abschluss

Wenn ihr gerne meinen Blog lest (und das tut ihr, sonst wärt ihr nicht so weit gekommen), besucht doch auch meine Website viola.semper.at - dort tauchen in nächster Zeit viele von Bornholm inspirierte Geschichten und Gedichte auf! Und am wichtigsten: abonniert auch gleich meinen Newsletter, damit ihr keine Reise und keine Texte verpasst!